Alle gegen Hoffenheim?

20.01.2013 10:26 von Teamsportbedarf.de

Ein kleines Dorf will sich in den nächsten Monaten gegen den Abstieg stemmen. Damit will man eventuell auch einige Sympathien der Fans aus ganz Deutschland zurückgewinnen, die während der letzten Jahre verloren gingen. Die TSG 1899 Hoffenheim steht allerdings momentan nur auf dem 16. Platz der Tabelle und hat schon 7 Zähler Rückstand auf das rettende Ufer.

„Man spürt, dass uns keiner was gönnt. Jetzt geht‘s darum, es allen zu zeigen, dass wir in die Erste Bundesliga gehören“, so Mittelfeldspieler Tobias Weiß. Die Situation der TSG verkörpert wohl niemand besser, als der, der sich täglich dem Torwarttraining unterziehen muss. Tim Wiese spielt erst seit dieser Saison im Kraichgau, weiß aber durchaus, dass vor allem die Anhänger der Traditions-Vereine wie Dortmund, Schalke und Bayern gerne sehen würden, wie der neu-reiche, kleine Club den Teamsport in der kommenden Saison in der zweiten Liga ausübt. „Das habe ich schon gemerkt, ehe ich nach Hoffenheim kam. Das sieht man doch schon alleine an den Schmäh-Rufen gegen Dietmar Hopp. Da ist viel Neid im Spiel“, so der 31-jährige ehemalige Nationalkeeper.

In der Vergangenheit kam es vor allem bei den Spielen gegen Dortmund immer wieder zu Auseinandersetzungen und zu Beleidigungen gegen die Hoffenheimer. Der absolute Höhepunkt in negativer Hinsicht war bislang ein Plakat mit Hopp im Fadenkreuz. Eine absolut unnötige Aktion, denn die Profis der TSG nehmen das Fußballtraining und alles was dazu gehört ebenso ernst wie die Spieler der restlichen Clubs. „Viele wünschen sich, dass wir absteigen. Aber daran denke ich nicht. Das kann uns alles egal sein. Wir müssen auf uns schauen und den Karren gemeinsam aus dem Dreck ziehen“, so Wiese weiterhin.

Für manche Spieler kommen die Anti-Sympathien aber auch gelegen. So sind die Anfeindungen für Mittelfeldspieler Sejad Salihovic nur ein weiterer Motivationsfaktor: „Es reizt mich, es allen zu zeigen, die wollen, dass wir absteigen oder uns schon abgeschrieben haben“, so der 29-Jährige.

Soll der Abstieg nun noch verhindert werden, muss sich der neue Coach Marco Kurz allerdings ganz genau überlegen, was er der Mannschaft auf seinem Taktikbrett erklärt. Sollten die Kraichgauer da weitermachen, wo sie vor der Winterpause  aufgehört haben, dann werden sie es in den kommenden 18 Spielen richtig schwer haben.


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