Ausdauertraining im Amateurfußball grundsätzlich mit Ball

10.05.2013 06:00 von Teamsportbedarf.de
Tags: Ausdauertraining Lauftraining Kondition

Dieses Thema ist in Fachkreisen durchaus umstritten. Es gibt Trainer, die niemals freiwillig auf Konditionstraining ohne Ball verzichten würden. Jürgen Klopp ist ein moderner Trainer, der freimütig zugibt, die dass er seine Spieler gelegentlich auch ohne Ball laufen lässt, um das maximale Potenzial in Konditionsbereich zu nutzen. Aber kann ein Bundesligatrainer, der seine Mannschaft täglich zur Verfügung hat, der Maßstab für den Amateurbereich sein? Jedenfalls ist es ein großer Unterschied, ob ein Trainer zwei bis drei Mal seine Mannschaft für 90 Minuten zur Verfügung hat oder ob ein Trainer jeden Tag zwei Trainingseinheiten ansetzen kann.

Konditionstraining funktioniert auch mit Ball

Wahrscheinlich hat Jürgen Klopp recht. Optimales Konditionstraining ist ohne Übungseinheiten ohne Ball vermutlich nicht umsetzbar. Aber es ist durchaus möglich, ein sehr hohes Niveau zu erreichen, ohne auf den Ball zu verzichten. Das zeigen beispielsweise Trainer in den Niederlanden, in Spanien oder auch in Italien. Es ist keineswegs überall üblich für das Konditionstraining den Platz zu verlassen, um lange Läufe durch den nächsten Wald absolvieren. Das alleine zeigt schon, dass das Fußballtraining auf dem Platz alle Möglichkeiten bietet, um eine sehr gute Kondition zu erreichen.

Ausdauertraining ohne Ball kostet Zeit

Die Zeit, die Sie für reines Lauftraining aufwenden, können Sie nicht mehr nutzen für Techniktraining im Pylonen-Slalom, Schusstraining auf kleine und große Fussballtore oder auch für komplexe Spielformen. Beim Lauftraining benötigen die Spieler keine Leibchen. Sie müssen auch den Kopf nicht anstrengen, denn es geht einzig und alleine darum, die vorgegebene Strecke zu bewältigen. Fußball ist aber ein viel komplexeres Spiel und wenn Sie den Schwerpunkt ganz alleine auf das Konditionstraining legen, leiden die anderen Bereiche, die Sie eigentlich ebenfalls trainieren müssen. Letztlich geht es bei der Frage, ob Konditionstraining mit oder ohne Ball absolviert wird, darum, auf welche anderen Trainingsschwerpunkte Sie freiwillig verzichten wollen?

Konditionstraining mit anderen Schwerpunkten kombinieren

Lange Laufeinheiten, bei denen die Spieler vielleicht durch einen komplexen Parcours aus Hütchen laufen müssen, können Sie ganz problemlos auch mit Ball durchführen lassen. Das ist sogar empfehlenswert, denn schließlich geht es beim Training doch darum, realistische Szenarien zu trainieren. Ein Waldlauf ist sicher eine gute Übung, um den inneren Schweinehund zu besiegen, aber auf der fußballerischen Ebene bringt Ihren Spielern ein Waldlauf überhaupt nichts. Das wäre vielleicht anders, wenn Sie wesentlich mehr Zeit für das Training mit Ihren Spielern hätten.

Fußballtraining mit multipler Wirkung

Übungseinheiten sollten immer so gestaltet sein, dass mehrere Aspekte des Fußballkönnens trainiert werden. Das ist nicht nur aus Zeitgründen sinnvoll, sondern das entspricht auch der Komplexität des Fußballspielens. Im Spiel müssen Ihre Spieler zum Beispiel einen Ball annehmen, gleichzeitig die Mitspieler und Gegenspieler im Auge behalten und im nächsten Moment einen Spurt anziehen. Glauben Sie wirklich, Ihre Spieler werden bei solchen Aufgaben besser, wenn der größte Teil der Vorbereitung im Wald stattfindet? Es nutzt Ihnen wenig, wenn Ihre Spieler wahnsinnig gut laufen können, fußballerisch und taktisch aber keine Fortschritte machen. Nutzen Sie die Zeit, die Sie mit Ihren Spielern haben, möglichst effizient! Schließlich sind Ihre Spieler Fußballer und keine Marathonläufer.


Vorheriger Blog
Son weg, Bojan als Neuzugang?
Nächster Blog
Draxler verlängert