Bei jeder Übung auf den fußballspezifischen Nutzen achten

31.05.2013 06:00 von Teamsportbedarf.de
Tags: Medizinball Handicap Mehrdimensionalität

Vielleicht fragen Sie sich gerade, was mit der Überschrift wohl gemeint sein könnte. Schließlich hat jede Trainingsübung irgendwie einen Nutzen für die Spieler. Selbst ein mehrwöchiges Konditionstraining ohne Fußbälle hätte in einem ganz speziellen Bereich durchaus einen Wert für Fußballer. Aber reines Lauftraining ist keine fußballspezifische Übung. Reines Lauftraining hat zunächst einmal überhaupt nichts mit Fußball zu tun, sondern dient einzig und alleine dazu, die Kondition auszubauen. Bei einer fußballspezifischen Trainingsübungen geht es hingegen darum, den Fußballer als Ganzes weiterzuentwickeln. Deswegen sollten Sie bei jeder Trainingsübungen darauf achten, dass die Übung möglichst viel mit dem tatsächlichen Fußballspiel zu tun hat.

Beispiel 1: Hürdenlauf im Fußballtraining

Beispiel 1: Hürdenlauf im Fußballtraining

Es gibt Kegelhürden, Minihürden, Kombihürden und noch diverse andere Hürdenvarianten. Aber ein Fußballer ist kein Hürdenläufer. Dennoch gibt es viele Möglichkeiten, ein sinnvolles Training mit Hürden durchzuführen. Wenn Sie beispielsweise einen komplizierten Hürdenparcours aufbauen, der am Schluss mit einer Schussübung versehen ist, können Sie damit die Bewegung ohne Ball und das Freilaufen trainieren. Wenn Sie hingegen einfach nur mehrere Hürden gleicher Höhe hintereinander aufstellen und ihre Spieler im Höchsttempo durch den Parcours schicken, verschenken Sie wertvolle Trainingseffekte, die Hürdentraining mit einer fußballspezifischen Komponente ermöglicht.

Beispiel 2: Training mit dem Medizinball

Beispiel 2: Training mit dem Medizinball

Ein Medizinball ist eine sehr einfache, aber effektive Trainingshilfe. Allerdings setzen viele Trainer Medizinbälle nicht besonders clever ein. Anstatt Spieler mit Medizinbällen quer über den Platz zu jagen, sollten Sie Übungen kreieren, bei denen die Medizinbälle als Handicap eingesetzt werden. Beispielsweise können Sie Angriff gegen Abwehr spielen lassen und die Innenverteidiger mit einem Medizinball ausstatten. Damit können Sie beispielsweise erreichen, dass ein besonders schneller Abwehrspieler sein Stellungsspiel verbessert. Schließlich kann er nicht mehr jede Situation mit einem beherzten Spurt lösen.

Knappe Trainingszeit nicht mit fußballfremden Übungen füllen

Selbst wenn Sie bei einem ambitionierten Amateurverein arbeiten, haben Sie wahrscheinlich nur wenige Trainingseinheiten in der Woche zur Verfügung. Dann müssen Sie sich selbst fragen, ob Sie diese Trainingszeit mit fußballfremden Übungen füllen möchten. Ein Lauftrainingslager mag bei einem Proficlub, der mehrmals am Tag trainieren kann, eine interessante Alternative sein. Für einen Amateurtrainer, der nur wenig Zeit zur Verfügung hat, um seine Spieler weiter zu entwickeln, sind fußballfremde Trainingsübungen bestenfalls die zweitbeste Lösung. Es ist schlichtweg nicht möglich, das fußballspezifische Training, das Sie bei fußballfremden Trainingsübungen versäumen, jemals wieder aufzuholen.

Gute Trainingsübungen decken mehrere Aspekte ab

Bei jeder Trainingsübung sollten Sie sich fragen, welche spezifischen Aspekte diese eine Übung trainiert. Wenn Sie nur einen einzigen Trainingsaspekt finden, ist die Übung ausbaufähig. Die Idee, eine Trainingsübung mehrdimensional zu gestalten, leitet sich vor allem von der Tatsache ab, dass Ihre Spieler bei einem Fußballspiel immer mehrere Sachen gleichzeitig machen müssen. Deswegen ist es nicht besonders klug, im Training immer nur einen einzigen Aspekt herauszunehmen und diesen zu trainieren. Wenn das funktionieren würde, wären alle guten Leichtathleten großartige Fußballer. Glücklicherweise ist das aber nicht so, denn Fußball ist ein überaus komplexes Spiel, so dass Ihre Spieler auch ein komplexes Training verdienen.


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