Ein Amateurtrainer ist manchmal auch noch Platzwart und Betreuer

10.09.2013 11:12 von Teamsportbedarf.de

Vielleicht haben Sie selbst schon die Erfahrung gemacht, dass gerade in unterklassigen Vereinen die Trainer oftmals für alles verantwortlich sind. Idealerweise ist es selbstverständlich so, dass ein Verein einen Platzwart hat und die Mannschaft nicht nur einen Trainer, sondern auch einen Betreuer. Aber da es sich um Posten handelt, die wertvolle Freizeit kosten und kein Geld bringen, gibt es immer weniger Enthusiasten, die als Platzwart oder Betreuer einer unterklassigen Fußballmannschaft zur Verfügung stehen. Da die meisten Trainer aber in einer unteren Klasse anfangen, bleibt Ihnen oftmals nichts anderes übrig, als diese Aufgaben zumindest teilweise selbst zu übernehmen, wenn es kein anderer tut.

Das muss aber überhaupt nicht schlimm sein, denn in jedem Beruf ist es von Vorteil, wenn Sie das gesamte Arbeitsumfeld aus eigener Erfahrung kennen lernen. Wenn Sie einmal ohne Plifix ein Spielfeld markiert haben, nachdem das Footballteam aus dem Nachbarort den Fußballplatz missbraucht hat, werden Sie die Arbeit eines Platzwarts umso mehr zu schätzen wissen. Ganz nebenbei können Sie auch noch direkt Einfluss auf die Spielfeldgröße nehmen. Das eröffnet Ihnen neue taktische Möglichkeiten, denn wenn Sie beispielsweise gegen einen höherklassigen Gegner spielen, kann ein kleines Spielfeld ein Vorteil für Ihr Team sein.

Bei der Betreuer-Tätigkeit Nähe zu den Spielern aufbauen

Ein guter Spielerbetreuer kennt die Spieler manchmal besser als der Trainer. Wenn Sie schon dazu gezwungen sind, Ihren Spielern die Massagelotion oder das Kühlkissen zu reichen, sollten Sie diese Gelegenheiten nutzen, um mehr über Ihre Spieler zu erfahren. Wenn ein Spieler verletzt oder angeschlagen ist, haben Sie die Möglichkeit, auf einer etwas persönlichen Ebene einen Kontakt zu knüpfen. In der Betreuer-Rolle können Sie ganz anders vorgehen als in der Trainer-Rolle. Zweifellos ist das aber ein schmaler Grat, denn Sie bleiben immer auch Trainer, selbst wenn Sie kurzfristig eine Betreuer-Tätigkeit ausüben.

Trainerneulinge brauchen Demut und Opferbereitschaft

Wenn Sie als Trainer zum ersten Mal einen Verein übernehmen, sollten Sie nicht gleich auftreten, als hätten Sie gerade ein Angebot von Bayern München abgelehnt. Sie sollten vielmehr davon ausgehen, dass es im Verein und in der Mannschaft zahlreiche Skeptiker gibt, denn schließlich haben Sie als Trainer nichts vorzuweisen. Wenn Sie dann auch noch kein bekannter Spieler waren, sollten Sie sich nicht zu schade sein, notfalls auch den Platz zu markieren oder während des Spiels auf dem Platz zu rennen, um einen Spieler mit einem Eisspray zu behandeln.

Wenn die Mannschaft und das Umfeld erkennen, dass Sie mit großer Leidenschaft dabei sind und nicht ständig irgendwelche unerfüllbaren Forderungen stellen, werden Sie sehr schnell alle wichtigen Entscheidungsträger hinter sich haben. Vor allem aber werden Sie es sehr viel leichter haben mit der Mannschaft, denn immerhin sieht jeder, dass Sie sich ins Zeug legen. Sollten Sie als Trainer eine Niete sein, hilft es Ihnen auch nichts, wenn Sie den Platz markieren. Aber wenn Sie ein guter Trainer sind bzw. werden können, können Sie mit großem Engagement auch jenseits der eigentlichen Trainertätigkeit vielleicht die Zeit gewinnen, die Sie brauchen, um mit Ihrer Mannschaft Erfolge feiern zu können.

 


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