Erste Hilfe im Sport - Worauf ist zu achten?

02.05.2014 13:06 von Teamsportbedarf.de
Tags: Training Trainer Verletzung

Beim intensiven Training und bei Wettkämpfen kann es immer wieder zu leichten, aber auch zu sehr schweren Verletzungen kommen. Für Trainer, Übungsleiter und alle anderen, die Zeuge des Unfalls sind, ist es wichtig, schnell Erste Hilfe zu leisten.

Schnelles Reagieren notwendig

Wenn sich ein Sportler verletzt, ist es notwendig, das Training, das Spiel oder den Wettkampf sofort abzubrechen. Der verletzte Sportler sollte kurz auf seinen Zustand hin in Augenschein genommen werden, um die Entscheidung über die Erste-Hilfe-Maßnahmen treffen zu können. Auch wenn die Symptome zunächst harmlos erscheinen, muss immer davon ausgegangen werden, dass sich die Beschwerden im Laufe der Zeit verschlimmern können. Der Verletzte darf niemals nach dem Unfall allein gelassen werden.
Zur Ersten Hilfe gehört, dass der Verletzte unterstützt wird, wenn er eine Schonhaltung einnehmen will, um eventuelle starke Schmerzen zu lindern. Wenn der Betroffene schwer beeinträchtigt wurde und am Boden liegt, sollte unbedingt eine wärmende Decke über ihn ausgebreitet werden, da der Verletzte unterkühlungsgefährdet sein kann.

Rettungsdienst alarmieren

Bei schweren Verletzungen, Benommenheit oder sogar Bewusstlosigkeit des Unfallopfers muss frühzeitig der Rettungsdienst alarmiert werden. Hier gilt: Lieber einmal zu viel kompetente medizinische Hilfe anfordern als einmal zu wenig! Sollte der Sportunfall einen Stillstand des Herz-Kreislauf-Systems verursacht haben, muss bis zum Eintreffen des Notarztes mit einer fachgerechten Herzdruckmassage begonnen werden. Ist der Verletzte bei Bewusstsein, dürfen ihm auf keinen Fall bis um Eintreffen des Rettungsdienstes Getränke oder etwas Essbares angeboten werden. Bei Knochenbrüchen oder größeren Wunden kann es notwendig sein, dass im Krankenhaus eine Operation durchgeführt werden muss. Dafür muss der Magen nach Möglichkeit leer sein, um die Komplikation des unwillkürlichen Erbrechens zu vermeiden.

Die verletzte Person nicht allein lassen

Ist der verletzte Sportler bei Bewusstsein, sollte der Trainer oder eine andere verantwortliche Person ihn immer darüber aufklären, was gerade geschieht. So werden dem Patienten zusätzliche Unsicherheit und Angst in der für ihn belasteten Situation genommen. Berührungen am Arm oder an der Hand wirken zusätzlich beruhigend. Nach Möglichkeit sollte man immer mit dem Verletzten im Gespräch bleiben. So kann schnell eine Verschlechterung des Zustandes oder eine Bewusstseinstrübung bemerkt werden. Für viele Verletzte ist das Sprechen wohltuend, weil es ihnen hilft, den Schock zu überwinden.

Erste Hilfe Produkte

Bei leichteren Sportverletzungen sollte immer eine Verbandstasche schnell zur Hand sein. Es gibt eine Reihe von Erste Hilfe Produkten wie beispielsweise kühlende Gels oder Coolpacks, die bei Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen schmerzlindernd und abschwellend wirken. Die Verwendung von Eis oder Coolpacks aus dem Gefrierschrank darf niemals auf der bloßen Haut erfolgen. Durch die eisigen Temperaturen kann es zu Erfrierungen an der Haut kommen. Die Erste Hilfe Produkte zur Kühlung sollten immer erst in ein Tuch eingeschlagen werden, ehe sie auf den verletzten Bereich aufgelegt werden. Bei Verstauchungen, Zerrungen und Prellungen ist es empfehlenswert, vor der Kälteanwendung einen Kompressionsverband aus der Verbandstasche anzulegen. Die elastische Wickelung sorgt dafür, dass das verletzte Gewebe nicht so stark anschwillt. Außerdem kann mit dem Kompressionsverband ein Coolpack nach einigen Wicklungen gut an der verletzten Stelle fixiert werden. Bei Verletzungen des Bewegungsapparates ist es günstig, die betroffene Extremität erhöht zu lagern.

Bei leichteren Verletzungen des Bewegungsapparates ist ein Kinesiotape eine gute Möglichkeit, direkt nach dem Unfall für Schmerzlinderung zu sorgen. Das Tape Kinesiologie eignet sich nicht nur für die Erste Hilfe. Auch während der Ausheilung der Verletzung unterstützen die bunten Tapes die Genesung.

Bei dem Verdacht auf einen Knochenbruch sollte jedoch keine dieser Maßnahmen vorgenommen werden. Bis zum Eintreffen des Notarztes kann der Verletzte unterstützt werden, eine Schonhaltung nach seinem Empfinden einzunehmen, um die Schmerzintensität zu lindern. Das verletzte Bein oder der Arm sollte dabei leicht unterpolstert werden.

Hautverletzungen und tiefe Wunden

Bei Schürf-, Schnitt- Riss- oder Platzwunden können oberflächliche und tiefe Verletzungen entstehen. In der Verbandstasche sollte auch eine zur Reinigung von Wunden vorgesehene antiseptische Lösung enthalten sein. Nach der Reinigung müssen Blutungen mit einem sterilen Verband abgedeckt werden. Ein Arzt muss bei tieferen Hautläsionen entscheiden, ob die Wunde genäht werden muss. Stecken Fremdkörper in der Wunde, müssen diese bis zur Vorstellung bei einem Arzt in der Wunde belassen werden.
Spritzt bei einer Verletzung einer Schlagader das Blut synchron mit dem Pulsschlag aus der Wunde, muss sie mit einer sterilen Abdeckung und einem Druckverband als Erste-Hilfe-Maßnahme versorgt werden. Dabei darf der Druckverband nicht so straff angelegt werden, dass die Extremität abgeschnürt wird.


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