Finale Dahoam 2012

08.10.2012 09:41 von Teamsportbedarf.de
Tags: Schiedsrichterpfeife Taktikfolie Kopfballpendel Bayern München Championsleague Chelsea Allianz-Arena Mario Gomez

Das Jahr 2012 wird den meisten Bayern-Fans, aber auch Fußball-Deutschland wohl für immer in Erinnerung bleiben. Die Münchner hatten im „Finale Dahoam“ die einzigartige Chance, vor heimischer Kulisse die Champions League zu gewinnen. Am Ende mussten die 62.500 Zuschauer allerdings mit ansehen, wie der FC Chelsea den Pokal in den Münchner Nachhimmel reckte.

Sofort nach dem schrillen Ton der Schiedsrichterpfeife begann ein Spiel auf ein Tor. Der deutsche Rekordmeister machte sofort Druck, prallte aber immer wieder auf die Londoner Abwehrblockade. Die Blues waren nur darauf bedacht hinten gut zu stehen und gelegentlich lange Bälle auf ihren Stoßstürmer Didier Drogba zu schlagen.

Schon in den Halbfinalpartien gegen den FC Barcelona konnte Chelsea mit einer gekonnten Defensivstrategie siegreich den Platz verlassen, was den Bayern aber auch schon vor diesem Spiel bekannt war. Durch die massiven Abwehrreihen kam somit zunächst nur durch Distanzschüsse hin und wieder etwas Gefahr auf. Kurz vor der Halbzeit versuchten die Londoner etwas offensiver nach vorne zu spielen, was jedoch nur zur besten Chance der Bayern durch Mario Gomez führte. Der Nationalstürmer konnte in der 42. Minute allerdings nicht treffen, sodass es mit einem enttäuschenden 0:0 in die Kabinen ging.

Heynckes hatte wohl in der Pause noch einmal die Taktikfolie aufgelegt, denn der Rekordmeister kam mit mächtig Dampf aus den Katakomben der Allianz-Arena. Die erneute Druckphase brachte aber wieder nichts Zählbares ein, da die Londoner weiterhin sehr konzentriert verteidigten. Der Spielverlauf ähnelte einem einseitigen Handballspiel, da die Bayern die Kugel immer wieder um den Strafraum des Gegners zirkulieren ließen. Im weiteren Spielverlauf wurden die Blues etwas müde, wodurch sich immer größere Lücken in deren Abwehrverbund auftaten. So hätten Robben und Müller um die 80. Minute schon treffen müssen, doch nach anfänglichem Betonklopfen fehlte nun die nötige Coolness vor dem Tor von Petr Cech.

In der 83. Minute folgte dann ein deutschlandweiter Freudenschrei, denn Müller konnte mit einem kurios aussehenden Kopfballaufsetzer die 1:0 Führung erzielen. Nachdem Chelsea im Spiel nach vorne 85 Minuten praktisch nicht stattgefunden hatte, begannen die Münchner schon mit den Feiergesängen, was allerdings bestraft werden sollte. Nur 5 Minuten später war es Drogba, der den Ball im Kasten von Manuel Neuer versenkte, wie Uwe Seeler es mit seinem Kopfballpendel niemals hätte üben können. Das Finale musste also in der Verlängerung oder im Elfmeterschießen entschieden werden.

Bis zur 120. Minute rannten die Bayern auf das Chelsea-Tor, sogar einen Elfmeter bekam man noch in der regulären Zeit zugesprochen, welchen Arjen Robben zum Entsetzen aller jedoch vergab. Die Lotterie Elfmeterschießen musste also nach 120 gespielten Minuten den Champions-League-Sieger herbeiführen. Nachdem Juan Mata gleich den ersten Elfer vergab hätte es eigentlich für den FC Bayern nur noch Formsache sein müssen, allerdings hätte man die Spieler des FC Chelsea wohl auch auf Kleinfeldtore schießen lassen können, denn es sollte wohl an diesem Abend einfach nicht sein. Letztendlich scheiterten Olic und Schweinsteiger vom Punkt, was die Münchner ins Tal der Tränen stürzte und den Gegner aus London in den Fußballhimmel hievte.


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