Warum Sie als Trainer Erste Hilfe beherrschen sollten

26.04.2013 06:00 von Teamsportbedarf.de
Tags: Medizinkoffer Kältespray Erste Hilfe Verletzung

Als Trainer sind Sie der Anführer einer Gruppe. Wenn einem Mitglied der Gruppe etwas passiert, dann tragen Sie zumindest eine Mitverantwortung. Ob das dann in einem ganz konkreten Fall bedeutet, dass Sie an einem Ereignis schuld sind oder nicht, ist eine ganz andere Frage. Verantwortung ist ein völlig anderes Konzept als Schuld. Damit Sie in allen Situationen Ihrer Verantwortung gerecht werden können, müssen Sie gut vorbereitet sein. In erster Linie zählt dazu natürlich ein Trainingskonzept, das die Gesundheit der Spieler nicht mutwillig gefährdet. Aber es gehört noch mehr dazu.

Im Fußball ist der Medizinkoffer bei jedem Spiel dabei, aber haben Sie auch einen Arzt oder einen Sanitäter an der Seitenlinie, der die Hilfsmittel, die im Koffer sind, fachgerecht einsetzen kann? Wenn Sie das Glück haben, einen Betreuer mit einem einschlägigen professionellen Hintergrund zu haben, ist das zweifellos bei Spielen ein Vorteil. Aber wer leistet medizinische Hilfe, wenn im Training ein medizinisches Problem entsteht, das nicht mit Kältespray „geheilt“ werden kann? Schon viele Menschen sind gestorben, weil in einer akuten Notsituation niemand dazu in der Lage war, vernünftige Erste-Hilfe-Maßnahmen durchzuführen. Vielleicht denken Sie jetzt: Beim Fußball gibt es doch nur Muskelverletzungen oder Beinbrüche, aber keine lebensbedrohlichen Situationen. Aber da irren Sie sich.

Lebensgefährliche Verletzungen kommen auch beim Fußball vor

Beim Fußball kann es jederzeit zu einer schweren Kopfverletzung kommen. Bei einem Kopfballduell kann es sehr leicht passieren, dass ein Spieler an einer ungünstigen Stelle getroffen wird und plötzlich bewusstlos ist. Wenn er dann auch noch die Zunge verschluckt, erstickt der Spieler, falls niemand die Atemwege frei macht. Vielleicht hat der Spieler sogar nur eine Gehirnerschütterung, die in ein paar Tagen ausheilen würde. Aber wenn niemand da ist, der weiß, was zu tun ist, kann ein großes Unglück passieren.

Ein Beinbruch kann durchaus lebensgefährlich sein, nämlich dann, wenn die arteria femoralis gerissen ist. Das kommt extrem selten vor, aber möchten Sie nicht wissen, was Sie in einem solchen Fall tun müssen? Einfache Erste-Hilfe-Maßnahmen reichen oft aus, um in einer kritischen Situation die Zeit zu überbrücken, die der Rettungsdienst für die Anfahrt benötigt. Es muss aber auch nicht gleich Lebensgefahr sein, denn durch einen Bruch kann auch die Blutzufuhr unterbrochen sein. Wenn die Blutzufuhr nicht rechtzeitig wiederhergestellt wird, droht vielleicht eine Amputation. Das sind alles keine typischen und wahrscheinlichen Szenarien, aber es sind mögliche Ereignisse, auf die Sie gut vorbereitet sein müssen, wenn Sie richtig reagieren wollen.

Ein guter Erste-Hilfe-Kurs reicht völlig aus

Es gibt diverse gemeinnützige Institutionen, die Erste-Hilfe-Kurse anbieten. Die Kosten sind meist nicht besonders hoch und vielleicht haben Sie auch das Glück, dass Ihr Verein zumindest einen kleinen Zuschuss beisteuert. Aber da Sie nicht nur bei Ihrer Trainingstätigkeit, sondern auch in allen anderen Lebensbereichen davon profitieren, wenn Sie sich mit Erste-Hilfe-Maßnahmen auskennen, sollten Sie auf keinen Fall auf einen Kurs Verzichten, nur um ein paar Euro zu sparen. Spätestens wenn Sie einmal einen Spieler bewusstlos auf dem Feld liegen haben, werden Sie heilfroh darüber sein, dass Sie diese kleine zusätzliche Mühe auf sich genommen haben, um in allen Bereichen Ihrer Trainerverantwortung gerecht zu werden.


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