Basketball: Was ist ein Center?

Eine Mannschaft im Basketball besteht aus fünf Spielern, die zeitgleich auf dem Platz stehen. Zum Team gehören zusätzlich bis zu sieben Auswechselspieler. Die Zahl der Auswechselungen ist nicht begrenzt. Klassischerweise werden die Spieler beim Basketball fünf verschiedenen Feldpositionen zugeordnet. Jedes Team verfügt über zwei Aufbauspieler (Guards), zwei Flügelspieler (Forwards) und einen Center. Die Guards werden wiederum in Point Guard und Shooting Guard unterschieden, die Forwards in Small Forward und Power Forward. Der Point Guard ist der Spielmacher und verantwortlich für das Einleiten der Spielzüge. Gute Ballbehandlung, Schnelligkeit und Wendigkeit zeichnen diesen Spielertypen aus. Auf dieser Position findet man oft die kleinsten Spieler einer Mannschaft. Der Shooting Guard ist für das Erzielen von Punkten, meist aus der Distanz, zuständig. Er besitzt ähnliche körperliche Voraussetzungen wie der Point Guard.
Der Small Forward ist der vielseitigste Spieler auf dem Platz. Er greift im Kampf um die Rebounds ein, hat einen guten Distanzwurf und ist bei gegnerischem Ballverlust der maßgebliche Spieler für den Tempogegenstoß. Der Power Forward besetzt sowohl in der Offensive als auch in der Defensive die Position unter dem Korb. Er ist für die Eroberung von Rebounds, das Blocken von Würfen und die Einleitung von Fastbreaks zuständig. Er hat einen guten Zug zum Korb, kann aber auch aus der Halbdistanz punkten.

Der Center, der „Fünfer“, ist üblicherweise der größte ( in der Regel mit einer Körperlänge ab 2,10 m) und kräftigste Spieler auf dem Spielfeld. Er muss schnell und durchsetzungsfähig agieren. Die meisten Center verfügen aber nur über bescheidene Wurffähigkeiten aus der Distanz. Ihr Spiel findet unter dem Korb statt. Hier erobern sie abprallende Bälle und punkten direkt mit einem Sprungwurf aus der Nahdistanz. In der Defensive spielen sie ebenfalls eine wichtige Rolle. Dwight Howard (USA), ein berühmter Center in der NBA mit 2,11 m Körpergröße und einem Gewicht von 120 kg, kann gegnerische Würfe aus einer Höhe von 3,81 m abfangen und damit sofort Gegenangriffe einleiten. Andere berühmte Spieler auf dieser Position in der NBA waren zum Beispiel Wilt Chamberlain, Shaquille O' Neal, Hakeem Olajuwon, Karl Malone und Bill Russel.

Im Angriffsspiel wird der Center von den Aufbau- und Flügelspielern als Anspielstation gesucht. Durch seine Körperlichkeit ist er für diese Aufgabe bestens geeignet. Der Spieler steht meistens mit dem Rücken zum Korb und versucht sich eine gute Position zu verschaffen, indem er den gegnerischen Spieler mit seinem massiven Körper wegdrückt.

In den europäischen Ligen wird nach den Regeln des Weltbasketballverbands (FIBA) gespielt. Die unterschiedlichen Regeln – in der NBA war die Zonenverteidigung bis zur Saison 2001/2002 verboten – haben dazu geführt, dass im Gegensatz zu der Spielweise in der US-Profiliga NBA, europäische Mannschaften oft mit einer Zonenverteidigung spielen, während in den USA meist weiterhin Mann gegen Mann verteidigt wird. Das hat auch Auswirkungen auf das Verhalten der Spieler, die die Centerposition einnehmen. Da sie weniger in der Zone unterhalb des Korbs agieren, müssen sie häufiger aus der Distanz werfen, was ein gutes Wurfgefühl notwendig macht. Viele Spieler, die in Europa Basketball nach den Regeln der FIBA erlernten und später in die NBA wechselten, hatten anfangs Probleme, sich an das typische amerikanische Spiel anzupassen.

Für die Centerposition braucht man sehr große und athletische Spieler, die zugleich technisch versiert sind. Diese sind aber auch in der amerikanischen Profiliga rar gesät. Daher ist diese Position für viele Teams nur schwer adäquat zu besetzen. Zugleich ist sie aber in nicht unerheblichem Maße für den Erfolg eines Teams entscheidend. Viele Trainer versuchen deshalb, das Spiel vom traditionellen Zuschnitt auf diese zentrale Spielposition zu lösen, indem sie vermehrt auf schnelle, wendige und treffsichere Spieler setzen, die den Gegner durch variable Laufwege und Passstafetten ausspielen.

 

 

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