Badminton

Badminton

Die olympische Sportart Badminton ist ein Sport für jedermann. Jeder kann in jedem Alter Badminton spielen. Das Spiel beginnt zunächst mit dem Federball auf der Wiese oder an windstillen Abenden auf der unbelebten Straße vor dem Haus. Die Spieler schlagen sich den Federball, auch Kunststoffball genannt, so zu, dass ihn der andere gut erreichen und zurückspielen kann. Darin liegt einer der gravierenden Unterschiede zum Badminton, das in Deutschland entweder im Verein oder in einem kommerziell betriebenen Badminton-Center gespielt wird. Der Badmintonbedarf ist mit der Sportbekleidung, mit dem Schläger und mit dem Ball recht unaufwändig. Die Schuhsohlen der Sportschuhe müssen indoor-geeignet sein. Den Schläger, auch Racket genannt, gibt es in unterschiedlichen Qualitäten, die auch den Preis bestimmen; und der Badmintonball, fachsprachlich Shuttlecock genannt, ist wahlweise ein Naturfeder- oder ein hochwertiger Kunststoffball. In den unteren Spielklassen sowie in den Jugend- und Schülerklassen wird ausschließlich mit dem Kunststoff- beziehungsweise Plastikball gespielt; in der Bundesliga sowie bei internationalen Veranstaltungen selbstverständlich mit dem Naturfederball. Badminton wird umgangssprachlich als weißer Sport bezeichnet. Damit ist weniger die Sportbekleidung gemeint als vielmehr die Tatsache, dass die Sportart weltweit über Jahrzehnte hinweg frei von jeglichen Dopingskandalen ist. In diesem Sinne sieht sich Badminton als ein buchstäblich blütenweißer Sport.

Strukturiertes Wettkampfsystem von der Kreisklasse bis zur Bundesliga

Badminton ist in Deutschland und in Europa ein ausschließlicher Sport für die Halle, also indoor. Das organisierte Badminton wird in Vereinen gespielt, in denen die Spieler Mitglied sind. Entweder sind es reine Badmintonvereine, oder aber Badmintonabteilungen in einem Mehrspartenverein. Die Vereine sind Mitglied in den Badminton-Landesverbänden, die bundesweit fast ausnahmslos mit den Bundesländern identisch sind. Bundesfachverband ist der Deutsche Badminton-Verband, der DBV, mit Sitz in Mülheim an der Ruhr. Er ist ein ordentliches Mitglied im DOSB, dem Deutschen Olympischen Sportbund in Frankfurt am Main. Der DBV organisiert das gesamte nationale Wettkampf- und Ligasystem, von der Bundesliga als der obersten Spielklasse bis hinunter in die letzte Kreisklasse. Unterstützt wird er dabei von den Landesverbänden und deren regionalen Strukturen wie Bezirke und Kreise. International ist der DBV ein Mitglied im Europäischen Badminton-Verband „Badminton Europe“ mit Sitz in Dänemark sowie in der BWF, der Badminton World Federation, in der malaysischen Hauptstadt Kuala-Lumpur. Der BWF übergeordnet ist das IOC in Lausanne als Veranstalter der Olympischen Spiele. Badminton gehört seit mehreren Jahrzehnten mit allen fünf Disziplinen Damen- und Herreneinzel, Damen- und Herrendoppel sowie Mixeddoppel zum Programm der Sommerspiele, so auch im Jahre 2016 in Brasilien. Austragungsort ist dort der Indoor-Sportkomplex Riocentro in dem Stadtteil Barra da Tijuca von Rio de Janeiro.

Regelmäßiges Training im Verein

Der einzelne Spieler kennt nicht allzu viel von diesen straff organisierten Wettkampfstrukturen. Er liebt seinen Sport und trainiert ein oder zweimal wöchentlich mit seiner Mannschaft. Das Spiel findet in den Schulsporthallen am Ort außerhalb der Schulsportstunden statt, also spätnachmittags, abends sowie an den Wochenenden. Der Badmintonbedarf mit Ständern und Netzen gehört zur Hallenausstattung, während Badmintonfelder, die Courts, zusammen mit anderen Sportarten die standardmäßige Markierung auf dem Sporthallenboden sind. Abhängig von der Sporthallengröße sind bis zu neun Einzel- oder Doppelcourts eingezeichnet, also markiert. Badminton ist ein sehr schneller Sport. Der geschmetterte Ball erreicht beim Smash eine Anfangsgeschwindigkeit von bis zu zweihundert Stundenkilometern. Im Gegensatz zum Federball, das ohne Spielfeld und ohne Netz gespielt wird, wird beim Badminton der Shuttlecodk so gespielt, dass ihn der Spielgegner möglichst nicht erreicht. Das macht jedes Spiel interessant und schnell. Badminton ist ein gemischter Sport, also für Mädchen und Jungen beziehungsweise für Frauen und Männer gemeinsam. Auch die Mannschaften, bis hin zur Bundesliga, sind gemischt. Zu den einzelnen Spielen innerhalb einer Mannschaftswertung gehört auch ein Mixed, das Mixeddoppel. Wer Badminton im Verein spielt, der ist schon nach kurzer Zeit bestrebt, in einer Mannschaft mitzuspielen. Die ersten Übungsstunden finden in der Hobby- und Breitensportabteilung im Verein statt, danach folgt das Mannschaftstraining. Punktespiele, also Ligaspiele in der jeweiligen Spielklasse, werden vorwiegend am Wochenende, in Ausnahmefällen auch an Werktagen während des Vereinstrainings ausgetragen.

Variantenreiches Training mit dem Badmintontrainer

Vergleichbar mit anderen Ballspielarten wie Handball, Fußball oder Basketball spielt der Spieler während der Übungs- und Trainingsstunden auch beim Badminton am liebsten mit dem Ball. Der geschulte Übungsleiter, also der Fachübungsleiter Badminton oder der lizensierte C-, B- beziehungsweise A-Trainer, achtet darauf, dass vor und nach dem Spiel mit dem Ball auch ausreichend Lockerungs-, Dehn- und vor allem Konditionsübungen durchgeführt werden. Dafür gibt es vielfältige Trainingshilfen. Sie sind sportartübergreifend, haben also mit dem Badminton als solchem nichts zu tun. Für ein Circuittraining bestens geeignet sind zum Beispiel Minihürden, Kegel- oder Leiterhürden. Ein gezieltes Sprinttraining mit dem dafür vorgesehenen Komplettset ist ebenso wichtig wie das umfangreiche Trainingshilfen-Set zur Saisonvorbereitung in den ersten Herbstwochen. Für den Übungsleiter gibt es vielfältige Möglichkeiten, um das Training für die gemischte Mannschaft interessant und abwechslungsreich zu gestalten.

Veranstaltungen besuchen und von den Badmintonstars lernen

Der aktive Badmintonspieler im Verein hat zahlreiche Möglichkeiten, hochkarätige Badmintonveranstaltungen zu besuchen. In der einteiligen Bundesliga wird an mehreren Wochenenden der Deutsche Meister für die jeweilige Spielsaison ausgespielt. Ein Bundesligaspiel zu besuchen lohnt sich, weil in den Mannschaften sowohl deutsche Nationalspieler als auch ausländische Spitzenspieler mitspielen. Die Deutschen Meisterschaften als eine viertägige Veranstaltung bieten nationalen Spitzensport im Badminton. Der wird durch die Internationalen Meisterschaften, die German Open, deutlich getoppt. Hier sind die Weltklassespieler aus Asien, aus Europa, aus Australien sowie aus Nordamerika am Start. Der Zuschauer kann bei den German Open sowohl Olympiasieger als auch Welt- sowie Europameister hautnah erleben und deren Autogrammstunden besuchen. Die Motivation für das heimische Training in den kommenden Tagen und Wochen ist dementsprechend groß.

Badminton – ein erfolgreicher Schulsport

Seit vielen Jahren ist Badminton in allen Bundesländern ein anerkannter und viel gelehrter Schulsport. Neben dem Verein und dem kommerziellen Center ist die Schule eine dritte Gelegenheit, um Badminton zu spielen. In verschiedenen Wettkampfklassen werden in dem bundesweiten Schulsportwettbewerb JTFO, Jugend trainiert für Olympia, die Landesmeister im Badminton ausgespielt. Das jährliche Badmiton-Bundesfinale wird in Berlin veranstaltet, gemeinsam mit anderem Sport von B wie Basketball bis V wie Volleyball. Auch aus Sicht der Sportlehrer ist Badminton bestens dazu geeignet, um eine größere Schülergruppe sportfachlich zu unterrichten. Der Badmintonbedarf für die Schüler ist mit dem einfachen Racket preisgünstig und buchstäblich leicht zu tragen. Gespielt wird mit Kunststoffbällen, und naturgemäß ist das Mixedtraining bei den Schülerinnen und Schülern besonders beliebt.

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