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American Football

American Football ist eine der beliebtesten amerikanischen Sportarten. Für Millionen begeisterten Zuschauern ist das Hauptereignis der Saison, der "Super Bowl", jedes Jahr ein privater Feiertag, die Spieler werden wie Helden. Die Beliebtheit von American Football erinnert an die deutsche Begeisterung für Fußball - und in der Tat liegen die Wurzeln des Spiels unter anderem in der bei uns wesentlich bekannteren Ballsportart.

Hintergrund des American Football

Fußball und Rugby sind die beiden Spiele, aus denen sich der American Football als eigener Sport entwickelte. Daher ist American Football nicht ganz so alt, wie mancher vielleicht annimmt - seine Ursprünge liegen in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zwei Teams, deren Spieler Rugby nach unterschiedlichen Regeln spielten - eine davon ähnlich dem Soccer, also dem Fußball - trafen aufeinander und einigten sich, jeweils eine Hälfte des Spieles nach ihren jeweiligen Regeln zu spielen. Es dauerte jedoch auch danach noch bis zum Jahr 1880, bis die endgültigen Regeln des sich daraus entwickelnden American Football niedergeschrieben wurden - aber ab da war das Lieblingsspiel der Amerikaner geboren.

American Football: Regeln

Das Ziel des Spiels klingt einfach, der Weg dahin jedoch relativ kompliziert: Es geht darum, den Ball in die Endzone des anderen Teams zu befördern. Beim American Football werden vier Viertel von je 15 Minuten gespielt. Das Spielfeld ist 120 Yards lang und 53 Yards breit, das entspricht etwa 110 bzw. 48 Metern. Zum Vergleich: ein Fußballfeld ist ähnlich lang, jedoch ein wenig breiter (bis zu 75 Meter).

American Football beginnt damit, dass eines der Teams das Spiel mit einem Kick eröffnet. Jedes Team hat nun vier Versuche, jeweils zehn Yards des Spielfelds zu überbrücken. Während dieser Versuche wird entweder der Spielmacher (dem Quarterback) einen Pass auf einen anderen Spieler machen oder ein Spieler wird mit dem Ball laufen. Gelingt es einem Team, nach drei Versuchen in die Nähe des gegnerischen Ziels zu gelangen, kann ein so genannter "Kicker" versuchen, den Ball in das Tor (und dabei über die Torlatte) zu schießen. Es gibt auch andere Möglichkeiten, den Ball ins Ziel zu befördern, mit denen das jeweilige Team eine unterschiedliche Punktzahl erreicht. Jedes Team besteht aus elf Spielern, von denen jeder auf seine Position spezialisiert ist. So gibt es beispielsweise die Spieler der "Offense Line" (Verteidigung), die das so genannte Backfield vor den gegnerischen Spielern schützen - eine sehr wichtige Aufgabe im Spiel. In der "Defense Line" (Angriff) wiederum werden Spieler eingesetzt, deren Aufgabe darin besteht, gegnerische Spielzüge zu stören und zu unterbinden.

Das Regelwerk des American Football ist so komplex, dass bis zu sieben Schiedsrichter auf dem Feld stehen können - bei etwa 700 möglichen Anwendungen der Regeln und ihrer Ausnahmen kein Wunder.

American Football und seine Beliebtheit in den USA

Sport ist in den USA allgemein ein sehr beliebtes Thema, und vermutlich ist American Football deshalb so beliebt, weil es sehr stark verbreitet ist: Man spielt es schon der Jugend in Schulen, im College und der Universität und im Profisport. Dabei ist der College Football außergewöhnlich beliebt, mit einer hohen Zuschauerzahl und weit über 600 Teams. Das ist nicht verwunderlich, da der Sport selbst gerade durch diese College- und Universitätsmannschaften und deren Spieler seine hohe Beliebtheit erlangte.

Das wachsende Interesse für die Spieler der Profimannschaften sorgte dafür, dass die NFL, die National Football League, die lange Zeit die einzige Liga für professionellen American Football war, Konkurrenz bekam durch weitere Ligen wie die AFL (American Footbal League). Diese Ligen konkurrieren dabei um ein Milliardengeschäft - allein die TV-Rechte an den Ausstrahlungen der Spiele sind mit die teuersten der Welt und gipfeln alljährlich im Geschäft um den Super Bowl.

Die Spieler des American Football haben in den USA teilweise den Status von Nationalhelden. Schon in der Schule sind die Spieler sehr angesehen - der Quarterback, der wichtigste Spieler im Team, ist in der Regel sehr beliebt. In der Profimannschaft kann ein Spieler im Jahr Millionen verdienen - er hat allerdings auch ein hohes Gesundheitsrisiko, schließlich ist American Football ein Spiel mit hohem Körpereinsatz für die Spieler.

 

Der Super Bowl: DAS Ereignis des American Football

Es ist das Sportereignis des Jahres in den USA und das Finale der NFL-Spiele: der Super Bowl. Millionen von Fans begehen den ersten Sonntag im Februar praktisch wie einen Feiertag, treffen sich mit Freunden zu einer Party und feuern ihre jeweiligen Lieblings-Teams und deren Spieler an. Das Ereignis erreicht stets die höchsten Fernseh-Einschaltquoten. Von besonderem Interesse ist die Halbzeit: Hier wird immer eine große Show geboten, häufig treten bekannte und beliebte Musiker auf.

 

American Football in Deutschland

Hierzulande ist American Football eine Nischensportart, die seit 1945 betrieben wird - nicht überraschend ins Leben gerufen von den Amerikanischen Streitkräften. Bis in die 1970er Jahre hinein wurde American Football hier hauptsächlich von Spielern der in Deutschland stationierten US-Soldaten betrieben, danach auch von deutschen American-Football-Vereinen. Es gibt einen Dachverband, den American Football Verband Deutschland, und verschiedene Ligen, die Meisterschaften austragen. Die Beliebtheit des Sports und seiner Spieler reicht bei weitem nicht an die des Fußballs heran, was vielleicht auch an den komplexen Regeln und der vergleichsweise jungen Geschichte in Deutschland liegt. Nach Angaben des Verbandes erreicht der Sport in Deutschland vor allem die Jugend, wo er in den letzten Jahren eine immer höhere Beliebtheit erlangt hat.

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