Darf ein Torhüter ein Tor werfen?

Die Frage, ob ein Torhüter ein Tor werfen kann, beziehungsweise darf, kann nur für einen Fußball-Torwart gelten. Im Handball kann ein Torhüter ja bekanntlich an einem Angriff teilnehmen und selbst ein Tor erzielen oder aber mit dem Abwurf von seinem eigenen Tor aus einen Treffer erzielen. Per Hand natürlich. Anders sieht es dagegen beim Fußball aus. Denn dafür wird ja auch Fußball gespielt. Der Ball ist nicht mehr der Hand zu spielen, sondern mit den Füßen, mit dem Kopf, mit dem Knie, mit dem Rücken, mit der Brust oder mit den Schultern, aber nicht mit der Hand. Damit ist sozusagen automatisch ausgeschlossen, dass ein Torhüter mit der Hand ein Torerfolg erzielen kann.

Zwei denkbare Szenarien sind vorstellbar, die während eines Fußballspieles den Torhüter in das Spiel einbinden. Zum einen die fiktive Situation, in der ein Torhüter von seinem Strafraum aus den Ball in  Richtung gegnerisches Tor wirft. Was passiert, wenn der Ball von niemand während seines Fluges und beim Aufprall berührt wird und ins gegnerische Tor trudelt? Die Antwort ist klar: Das Tor zählt nicht, weil ein Abwurf, der den Fußball ins Tor der gegnerischen Mannschaft befördert, laut den Regeln keine Anerkennung findet.

Ein zweites Szenario, das allerdings schon ab und zu bei knappen Spielen zu beobachten war, unterliegt der Aufmerksamkeit des Schiedsrichtergespanns: Ein Torhüter hat sich in den mit Sportplatzkreide markierten Sechzehner der gegnerischen Mannschaft begeben, um den Eckball oder Freistoß eines Mitspielers entsprechend vorteilhaft für die eigene Mannschaft weiterzuleiten oder gar in das Gegners Tor zu befördern. Dies kann der Torwart natürlich laut Regeln nur mit dem  Kopf oder den Beinen. Bei Abprallern anderer Spieler, die auf seinen Körper treffen, können es auch Brust, Bauch oder Rücken sein, die zum Erfolg führen, wenn von dem so Angeschossenen der  Ball über die Torlinie bugsiert wird.  Das gilt für Jugend und die Senioren.

Ein drittes Szenario ist dagegen einer ausgeprägten Haltung zur unbedingten Vorteilsnahme jeder Regeln geschuldet, die aber oft in knappen Spielsituationen zum Vorschein kommt. Mitten in einer Spielertraube „versteckt“, bekommt ein Torhüter in des Gegners Sechzehnmeterraum den Ball so schnell und günstig mit der Hand zu fassen, dass er mit einer kurzen Ausholbewegung, die nur Sekundenbruchteile dauert, den Lederball blitzschnell  in Richtung Tor wirft. Natürlich wird dieses irreguläre Tor nicht gegeben. Doch was ist, wenn das Schiedsrichtergespann die Spielsituation nicht beobachtet hat, es zeitgleich keine Video-Aufzeichnung gibt, und keiner der Unparteiischen  merkte, dass der Torhüter die dichte Spielertraube im Strafraum dazu nutze, um den Ball per Hand ins Tor zu befördern? Dann kann durchaus ein Torerfolg daraus werden. Abzuwarten ist dann, was die Proteste von denjenigen Spielern bringen, die den Vorfall beobachtet haben.  

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