Was ist im Fußball ein Fliegenfänger?

Darf’s ein bisschen Ironie sein? Im Fußball ist natürlich auch das gerne erlaubt. Und so kommt es, dass zahlreiche Begriffe rund ums Thema kursieren, die zumindest von eingefleischten Fans sofort in die richtige Schublade gesteckt werden; darunter auch der berüchtigte Fliegenfänger.

Fliegen fangen auf dem Spielfeld?

Sowohl in der Bundesliga als auch bei hobbymäßigem Fußball müssen Spieler, Schiedsrichter und Trainer ganz schön einstecken. Mit dem Fliegenfänger ist der Keeper gemeint, dessen Talent im wahrsten Sinne des Wortes zu wünschen übrigen lässt. Tatsächlich gibt es gar nicht so viele ironische und verachtende Begriffe, die sich gerade auf den Torwart beziehen. Deshalb hat sich der Fliegenfänger auch unter enttäuschten Fans recht schnell etabliert. Hat es der Torhüter nicht so mit dem Ausführen gelungener Aktionen und fängt nicht einmal die einfachsten Bälle, dann hat er seinen Ruf ganz schnell weg.

Fliegenfänger begegnen uns beim Fußball häufiger, und gerade in der Bundesliga tut die Spielweise solcher Torhüter besonders weh. Schließlich geht es um den eigenen Ruf, und nicht zuletzt darum, möglichst weit oben auf der Tabelle zu stehen. Handelt ein Torwart zu offensiv, hat genau das oft einen bitteren Beigeschmack für das gesamte Team. Statt sich den Bällen der Gegner entschärfend entgegen zu stellen und dabei defensive Taktik an den Tag zu legen, nehmen es die besagten Keeper zu genau und verlieren dabei meist den Überblick. Schon ist der Ball im Netz, und die übrigen Spieler haben die undankbare Aufgabe, den Fehler wieder auszubügeln – wenn es ihnen denn gelingt.

Woher stammt der Begriff?

Wahrscheinlich kennt das jeder: eine Fliege summt seit Stunden um den eigenen Kopf herum und geht einem dabei tierisch auf die Nerven. Der Versuch, sie aus der Luft zu fangen und dem lästigen Geschwirr ein Ende zu setzen, schlägt allerdings in den meisten Fällen fehl. Im Endeffekt geht es dem Keeper, der seinen Ruf erst mal weg hat, nicht anders. Das gesamte Spiel über widmet er sich der Herausforderung, Herr über die Lage zu werden. Statt die Bälle zwischen den Händen zu sichern, gehen diese aber ohne langes Bitten an ihm vorbei – im schlimmsten Fall, um direkt im Tor zu landen.

Der offensive Torwart

Es gibt zwischen Fliegenfängern durchaus Unterschiede. Zum einen meint die Bezeichnung solche Hobby-Torhüter, deren Technik generell nicht die beste ist. Ein guter Trainer würde diese Herren wohl besser auf eine andere Position befördern. Geht es allerdings um den Profisport, also die Bundesliga, dann sind die Erwartungen an den Keeper entsprechend höher. Deshalb bezieht sich der Begriff in diesem speziellen Fall vor allen Dingen auf jeden Torwart, der sich von der Torlinie entfernt und offensiv am Geschehen teilnimmt – bevorzugt, um sich der Flanke entgegenzustellen. Verfehlt er den Ball und greift ins Leere, geht das Raunen auch schon durch die Ränge, und der nächste Fliegenfänger ist geboren. Bleibt zu hoffen, dass ihm diese Erfahrung eine Lektion ist und er sich das nächste Mal in dezenter Zurückhaltung übt.

Ein Ruf für immer?

Nur, wenn die Fehleinschätzung häufiger vorkommt, wird der Stempel fett aufgedrückt und der Torwart hat seinen Ruf für eine gewisse Zeit weg. Einzelne Fehltritte seien auch in der Bundesliga verziehen. Schließlich setzen die Herren im Tor alles daran, ihr Team nach vorne zu bringen. Und wer weiß: Vielleicht ist der Kerl im eigenen Wohnzimmer sogar ganz gut darin, Fliegen aus der Luft zu fangen. Letztlich müssen sich Fußballer eben in jeder Position behaupten und darauf achten, dem eigenen Image nicht dauerhaft zu schaden.

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