Was muss man bei einer Saisonvorbereitung beim Handball alles beachten?

Das Handballspiel stellt aus athletischer Sicht sehr komplexe Anforderungen an den Sportler. Pausenlos kommt es zu Kontersituationen, in denen die Spieler mit höchstem Tempo auf das gegnerische Tor zueilen. Für das verteidigende Team gilt Ähnliches. Geht der Ball in einer Angriffssituation verloren, müssen alle Spieler so schnell wie möglich ihre Position im Deckungsverbund am eigenen Kreis einnehmen. Diese für den Handballsport typischen Spielsituationen erfordern hohe Schnellkraft, aber auch eine außergewöhnliche Ausdauer. Die Spieler müssen über die gesamte Spielzeit immer wieder Sprints in maximalem Tempo anziehen. Zusätzlich bedürfen sie einer überdurchschnittlichen Wurf- und Sprungkraft.


Will man die dazu notwendige körperliche Fitness über die gesamte Saison aufrechterhalten, ist eine kluge Trainingssteuerung unabdingbar. Fast genauso wichtig wie das eigentliche Training sind die sinnvoll gesetzten Trainingspausen, damit der Körper regenerieren kann. Je älter die Spieler sind, umso mehr Bedeutung kommt dem Thema zu. Die Jugend hat den Vorteil, dass sich der Körper weitaus schneller von körperlichen Strapazen erholt. Dafür bestehen in diesem Alter weitaus mehr technische und taktische Defizite. Der Trainer muss also für unterschiedliche Altersgruppen verschiedene Trainingspläne verwenden.

Während des laufenden Spielbetriebs ist die Trainingsbelastung jedoch generell reduziert, egal ob im Seniorenbereich oder in der Ausbildung der Jugend. Wenn Sportler ständig am Leistungsmaximum agieren, beginnt der Körper irgendwann zu streiken. Man erreicht dadurch genau das Gegenteil von dem, was Training bewirken soll. Statt die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern, sind nämlich dramatische Leistungseinbußen die Folge. Der Trainer nutzt deshalb die Saisonvorbereitung, um mit seiner Mannschaft die körperlichen Grundlagen zu erarbeiten. In dieser Phase führt der Trainer die Sportler auch regelmäßig an ihre maximale Belastungsgrenze heran.

Von dieser Grundlagenarbeit zehrt der Körper des Sportlers über die gesamte Saison. Während die Mannschaft sich im Spielrhythmus befindet, bleibt auch überhaupt nicht die Zeit, um zum Beispiel gezielt Kondition, Schnelligkeit oder Kraft zu verbessern. In der laufenden Saison konzentriert sich der Trainer darauf, der Mannschaft taktische Dinge zu vermitteln oder konkrete Spielzüge einzustudieren. Außerdem steht hier die Vorbereitung auf den nächsten Gegner und die Regeneration zwischen den Wettkämpfen im Vordergrund. Die körperlichen Belastungen im Spiel reichen in dieser Zeit aus, um die Fitness auf dem gewünschten Niveau zu halten.

Die Trainer unterteilen die Saisonvorbereitung in zwei Phasen. In der ersten Periode der Vorbereitung liegt der Fokus auf den konditionellen Grundlagen sowie der Basisarbeit im Technikbereich. Im zweiten Teil der Saisonvorbereitung widmet man sich neben der Verfeinerung der Technik verstärkt der Taktik. Statt der Ausdauer sind nun gezielte Schnelligkeits- und Kraftübungen gefragt, wie sie für den Handballsport typisch sind.

Beim konditionellen Grundlagentraining setzt man im Handball auf eine Mischung aus anaerober und aerober Ausdauer. Außerdem sind Übungen wichtig, die die aerob-alaktazide Schnellkraftausdauer steigern. Im zweiten Teil der Vorbereitung trainiert man dann eher die azyklische Schnelligkeit, die man im Wettkampf benötigt. Dazu gibt es spezifische Trainingshilfen und -formen, die beispielsweise die Explosivität des Antritts oder die Schnellkraft beim Torwurf verbessern.

Eine gesteigerte Ausdauer, die sich der Sportler in der Saisonvorbereitung erarbeitet, erhöht im Übrigen nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch die Regenerationsfähigkeit. Der Körper lernt, wie er auch nach hohen Belastungen schnell wieder Kraft tankt. Eine höhere Ausdauer wirkt sich zudem immer positiv auf die Konzentrationsfähigkeit aus. Man ermüdet nicht so schnell, sodass der Handballer die geforderten taktischen und technischen Abläufe wesentlich länger auf gleichbleibend hohem Niveau umsetzen kann.

Der Trainer sollte jedoch in der Saisonvorbereitung eine Sache nicht außer acht lassen. Reines Konditionsbolzen dürfte kaum einem Ballsportler gefallen. Wenn er das Training nur mit Widerwillen absolviert, leidet der Trainingseffekt darunter. Deshalb hat sich in der modernen Trainingslehre die Erkenntnis durchgesetzt, dass auch beim Grundlagentraining so selten wie möglich der Ball fehlen sollte. Er zählt zu den besten Trainingshilfen, die im Handball verfügbar sind. Viele Ausdauer- und Kraftübungen lassen sich genauso effizient mit Spielgerät durchführen. Der Sportler nimmt die sehr kräftezehrende und bisweilen eintönige Saisonvorbereitung automatisch viel positiver wahr. Dies erhöht die Motivation und damit den Lerneffekt beim Spieler.

 

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