Was verdient ein Schiedsrichter im Handball?

In der Handball-Bundesliga in Deutschland (DHB) verdient ein Schiedsrichter 500 Euro an jedem Spieltag, dazu kommt noch eine Spesengeld und Fahrtkosten-Erstattung. In der zweiten Liga sind es dann 300 Euro, die einem Handball-Schiedsrichter pro Spiel gezahlt werden. In der Jugend ist das ganz anders und deutlich weniger.  In andern Sportarten ist es dagegen ganz unterschiedlich geregelt.

In den Amateurklassen sind die Sätze sehr unterschiedlich. Dies betrifft auch die Spiele von Jugendmannschaften, bei denen unterschieden wird zwischen höheren und niedrigen Klasseneinteilungen. Dementsprechend wird – je nach Landesverband – ein Kilometergeld von 0,32 Cent bezahlt und eine Pauschale pro Begegnung zwischen 28 und 44 Euro. Wie oben angegeben, ist dabei entscheidend, ob es sich um eine Oberliga-Partie oder um ein Spiel in der Bezirksliga oder einer anderen Wettbewerbsklasse handelt.

Im Gegensatz zum Fußball, bei dem die Schiedsrichter außer einer mehrere Tausend Euro betragenden Zahlung pro Spiel mit einer fünfstelligen Euro-Zahlung eine Art von jährlicher Grundsicherung erhalten, bekommen diese Zuwendung die Handballschiedsrichter nicht.

Die Gründe dafür sind einleuchtend: Erstens ist der Profi-Handball nicht ein Geschäft mit einem Umsatz von hunderten Millionen Euro, wie dies im Profi-Fußball der Fall ist. Zweitens, und dies ist eng mit dem vorhergehenden Argument verbunden, gibt es keine Sponsoren, die ähnliche große Zahlungen an Handball-Verbände oder Vereine leisten wie in der Fußball-Bundesliga. Dies hat vor allem damit zu tun, dass die Vermarktung und Werbung für den Handball-Sport ungleich schwerer ist als beim Marketing-Segment Fußball, das als weltumspannendes Werbe-Instrument genutzt werden kann. Da Handball beispielsweise in den asiatischen oder afrikanischen Ländern nicht annähernd den gleichen Stellenwert wie in Europa genießt, sind auch die Sponsoren nicht bereit, dauerhaft große Summen zu investieren. Als Folge sind die Spieler-Gehälter nicht entsprechend hoch, ebenso die „Entlohnung“ der Unparteiischen, die dazu ja auch keine Profis-Schiedsrichter sind, wie das beim Fußball der Fall ist. Auf jeden Fall aber soll mit den Schiedsrichter-Honoraren gewährleistet sein, dass die Unparteiischen nicht aus finanziellen Gründen ihr Engagement als Schiedsrichter vernachlässigen oder gar zum Objekt von Bestechungsversuchen werden.

Nimmt man die Anzahl der Spiele, die ein Schiedsrichtergespann im Laufe der Saison absolvieren muss oder kann, so ergibt sich ein monatliches Salär, das zwar nicht dauerhaft als Existenzgrundlage dienen kann, aber schon bedeutend mehr ist als ein Zubrot. Ob die Zahlungen für die Einsätze der Schiedsrichter tatsächlich für die Protagonisten in Schwarz lukrativ sind, wird durch die jeweiligen individuellen Steuerbelastungen bestimmt. Hinzu kommen die Kosten für den Schiedsrichterbedarf – sprich die Ausrüstungen mit Trikots Schiedsrichterpfeife usw.!

Dies heißt: Wenn ein Schiedsrichter in seinem Hauptberuf einen sehr guten Verdienst versteuern muss, so werden die Bundesliga-Honorare für die Unparteiischen nicht im Verhältnis eins zu eins – also brutto für netto – weitergegeben. Vielmehr müssen die Schiedsrichter diese Einnahmen fast komplett versteuern.

 

Andere Fragen, die Dich interessieren könnten:

Was sollte man bei einem Pferdekuss tun?

Die lustigsten Namen von Fußballmannschaften?

Wieso sind die Spielzeiten in der Jugend kürzer als im Herrenfußball?

Nach oben
;