Was verdient ein Schiedsrichter im Rugby?

Rugby ist eine Mannschaftssportart, welche international eine sehr unterschiedliche Popularität genießt. Während der Rugby-Sport in Deutschland ganz klar zu den Randsportarten zählt, ist die Sportart beispielsweise in England, Schottland, Wales, Irland und Australien unglaublich populär. In Deutschland können selbst professionelle Rugby-Spieler nicht von ihrer Tätigkeit als Sportler leben, in anderen Ländern sind Rugby-Profis Millionäre. Doch wie sieht es mit den Schiedsrichtern aus? Wie werden diese in Deutschland sowie in den großen "Rugby-Ländern" bezahlt?

So sieht der Verdienst von Rugby Schiedsrichtern in Deutschland aus

Obwohl der Sport in Deutschland keinen hohen Stellenwert hat, sind die Strukturen des Spielbetriebs durchaus als professionell zu bezeichnen. Neben dem Deutschen Rugby Verband (DRV) gibt es sogar eine deutsche Rugby-Schiedsrichtervereinigung. Verband und Schiedsrichtervereinigung regeln und kümmern sich gemeinsam um die Bezahlung der aktiven Spielleiter. Im Amateur- als auch im Profibereich kann jedoch weniger von einem festen Gehalt, sondern eher von einer variablen Aufwandsentschädigung gesprochen werden. Diese erhalten die aktiven Schiedsrichter für jedes Spiel, welches von ihnen im Herren-, Damen- oder Juniorenbereich geleitet wird. Hierbei legt die jeweilige Spielklasse fest, mit welcher Pauschale die Spielleiter für ihren Aufwand entschädigt werden. Wer als Schiedsrichter beispielsweise ein Spiel in der Regionalliga leitet, erhält hierfür eine Entschädigung im mittleren bis hohen zweistelligen Bereich (50,00 bis 100,00 Euro). Die Vergütung im Amateurbereich wird im Detail von den jeweiligen Landesverbänden vorgegeben. Im Profibereich, der 1. und 2. Rugby-Bundesliga erhalten die Schiedsrichter für ihre Arbeit Entschädigungen im unteren dreistelligen Bereich. Hier kann es jedoch durchaus sein, dass ein Schiedsrichter pro Spiel 100,00 bis 200,00 Euro für seine Arbeit erhält. Auf die Saison gerechnet können sich die Spielleiter daher durchaus etwas "Zählbares" dazuverdienen. Es ist in diesem Zusammenhang wichtig zu erwähnen, dass in einer Saison der Rugby-Bundesliga insgesamt 24 Mannschaften aktiv sind. Dazu gibt es im professionellen Bereich noch den DRV-Pokal sowie einen Liga-Pokal. Auch wenn die Rugby-Schiedsrichter in Deutschland nicht von ihrer Tätigkeit leben können, es besteht die Möglichkeit, pro Jahr eine große Anzahl an Spielen zu leiten. Ein deutscher Spieler oder Trainer wird im direkten Vergleich nicht unbedingt besser bezahlt, weshalb die Schiedsrichtervergütung in Deutschland, gemessen an der nationalen Popularität des Sportes, durchaus als angemessen und fair bezeichnet werden kann.

So werden Schiedsrichter in den großen "Rugby-Ländern" bezahlt

Im Ausland sieht die Rugby-Welt vollkommen anders aus, denn beispielsweise in England, Wales oder Australien zählt Rugby zu den großen Nationalsportarten. Spieler und Trainer verdienen fürstliche Jahresgehälter und auch die Rugby-Schiedsrichter können ohne weiteres von ihrer Tätigkeit leben. Dies machen folgende Zahlenbeispiele deutlich. In England verdienen Vollzeit-Schiedsrichter im Rugby-Sport zwischen 45.000,00 und 55.000,00 Englische Pfund im Jahr. Dies sind umgerechnet circa 57.000,00 bis 70.000,00 Euro jährlich. Wer kein Rugby-Schiedsrichter auf Vollzeitbasis ist, erhält für die Leitung eines Spieles in der englischen Premiership Liga eine Vergütung zwischen 300,00 und 420,00 Englischen Pfund. Dies sind im besten Fall umgerechnet rund 540,00 Euro. Zweifellos kein Vergleich zum Niveau der Aufwandsentschädigungen in Deutschland. Auch im Rugby-Land Australien sieht die Bezahlung ähnlich aus. Die Rugby-Schiedsrichter beziehen hier ein Jahresgehalt von circa 50.000,00 Englischen Pfund, wobei weitere Bonuszahlungen möglich sind. Die Bonuszahlungen werden von den jeweiligen nationalen Verbänden gezahlt und können an diverse Bedingungen gekoppelt werden. Besonders gute und häufig ausgesuchte Rugby-Schiedsrichter können beispielsweise einen Bonus erhalten, wenn sie im Laufe eines Jahres eine gewisse Anzahl an Spielen geleitet haben.

Fazit:

Da der Rugby-Sport in Deutschland nur eine Randsportart ist, können die Rugby-Schiedsrichter in Deutschland nicht von ihrer Arbeit leben. Sie erhalten vom Deutschen Rugby Verband lediglich eine Aufwandsentschädigung, welche im Amateurbereich beispielsweise 50,00 Euro hoch und im Profibereich auch schon mal bei 200,00 Euro pro Spiel liegen kann. Dies sieht im weltweiten Vergleich bei den großen Rugby-Ländern deutlich anders aus. Rugby-Schiedsrichter beziehen in Ländern wie England oder Australien sehr gute Jahresgehälter, welche ohne weiteres im Bereich von 60.000,00 bis 70.000,00 Euro liegen können.

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