Wieso sollte ein Fußballtraining abwechslungsreich sein?

Es ist wie bei fast allen Dingen im Leben: Fehlt die Abwechslung, egal ob beim Essen, Trinken oder sogar bei den Tätigkeiten im Beruf, so stellen sich nicht nur Unzufriedenheit und Unkonzentriertheiten ein. Vielmehr führen immer wiederkehrende, monoton wirkende Trainingseinheiten dazu, dass "geschludert" wird. Das heißt, in technischer Hinsicht wie auch in konditioneller und spieltaktischer Art und Weise werden die bekannten Übungsabläufe zwar abgespult, aber ohne, dass die Fußballspieler dabei tatsächlich besonders angespannt oder konzentriert sind. Das Routineprogramm bei einem Training führt auch zu mentalen Unsicherheiten, weil das Gewohnte schnell als bequem und nicht allzu anspruchsvoll identifiziert wird. Entsprechend ist dann auch die Trainingsleistung zu werten. Die Aufmerksamkeit lässt nach, die Verletzungsanfälligkeit wird größer.

Die Struktur eines Fußballtrainings oder der Trainingsplan sollte den körperlich-athletischen Gegebenheiten ebenso Rechnung tragen wie den spieltaktischen Überlegungen. Am besten und wirkungsvollsten sind die Aufteilungen in Konditionstraining, taktisches Training, Ausbau der technischen Fähigkeiten sowie die Erarbeitung von Spielzügen in Abwehr und Angriff. Dies alles sollte mit teambildenden Maßnahmen aufgelockert werden.

Mit einem abwechslungsreichen Training wird zudem auch erreicht, dass die Spieler stets geistig gefordert sind, sich auf neue Situationen einzustellen. Dies ist analog zu einem normalen Wettbewerbsspiel zu betrachten. Mit anderen Worten: Was während eines Trainings von den Spielern als Improvisation verlangt wird, kann jederzeit in einem Pflichtspiel als spielentscheidende Situation präsent sein. Deshalb ist ein abwechslungsreiches Training, das darauf abzielt, unter anderem die geistige und körperliche Flexibilität der Spieler zu vergrößern, das beste Mittel, um auch für knappe Spiele gegen gleichwertige Gegner gewappnet zu sein. Denn wer von den Mannschaften die beste Kondition, den größten Überblick und in den entscheidenden Phasen die Übersicht behält, der wird sicherlich öfter Siege einfahren können.

Doch es gibt noch einen Aspekt, der vor allem psychologisch zu betrachten ist: Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn Spieler sich beim Fußball über ein langweiliges Training beklagen. Denn damit ist nicht nur die Autorität des Trainers in Gefahr, untergraben zu werden. Vielmehr ist dies auch meist der Grund dafür, dass bei Niederlagen dem vermeintlichen stupiden und weniger ambitionierten Fußballtraining die Schuld gegeben wird - und gleichzeitig auch dem Trainer.

So ist es also wichtig, dass die Spieler einerseits unter einer gewissen Spannung beim Training stehen sollten. Andererseits muss die Belastung genau dosiert werden, um eine entspannte Phase herbeizuführen die dafür sorgt, dass die Spieler das Trainierte noch einmal kurz Revue passieren lassen können. Konzentrationspausen nennt man diese Art von kurzzeitigen Unterbrechungen des Trainings. Auch dem Körper sind Entspannungspausen zu gönnen, obwohl dieser beim Fußballspiel über 90 Minuten jederzeit aktiv sein sollte. Doch es geht eben beim Trainieren nicht nur darum, Dauerlauf oder eifaches Laufen das gar einem Training zum Halbmarathon gleicht abzuverlangen. Vielmehr sollte ein kompletter Fußballer mit dem Training herangebildet werden, der nicht nur körperlich athletisch sein soll, sondern auch geistig flexibel sowie fair agiert. Ein Ruhetag gehört genauso dazu wie das Spiel an sich, die richtige Übung einen Pass zu spielen, Laufwege einzustudieren oder Schwächen im Kopfball oder Zweikampf abzustellen. Die Kombination dieser Vorzüge macht den Klassenunterschied bei Fußballern aus. Vor allem, seitdem das Fußballspiel in einem hohen Tempo geschieht, das bei Spitzenbegegnungen fast kaum noch Raum für Pausen lässt.

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