Warum tapen sich Torhüter so oft die Finger?

Eigentlich ist das eine typische Frage von Nichtsportlern oder von Zuschauern, die beispielsweise beim Handballspielen die an den Fingern getapten Torhüter gesehen habe. Indessen ist die Frage von  „Insidern“ leicht zu beantworten, egal ob es sich dabei um Handball- oder Fußballtorhüter handelt. Das Tapen der Finger dient vor allem dem Zweck, sie zu stabilisieren und das Umknicken dieser Gliedmaßen zu verhindern.  Im gegensatz zum Fußball trägt der Schlussmann dort zum Beispiel Handschuhe. Das ist in einzelnen schon ein extremer Unterschied, obwohl auch schon klar ist, dass auch die Keeper im Fußball die Hände tapen.

Eine typische Situation, die zu Verletzungen an den Fingern führt, ist der Aufprall eines Fußballs aus einem spitzen Winkel auf die Fingerkuppe. Die Wucht eines hartaufgepumpten Balles auf die Finger ist dabei nicht zu unterschätzen. Die mit hoher Geschwindigkeit auf die Finger auftreffende Bälle können Brüche, Sehnen- und Muskelverletzungen sowie Beschädigungen der Gelenkkapseln zur Folge haben. Manches Mal reicht sogar eine niedrige Geschwindigkeit des Balles aus, um trotzdem Verletzungen herbeizuführen. Dies ist dann der Fall, wenn die Finger in einer Abwehrbewegung sehr schnell bewegt werden und gegen den Ball prallen. Auch dabei ist es möglich, dass es zu Verletzungen des Kapselgelenks, der Knochen oder der Sehnen kommt.

Am extremsten werden die Finger beim Handballspiel belastet. Die Torhüter wehren ständig überwiegend  mit den Händen die auf das Tor zukommenden Bälle ab. Dabei ist es wegen der Geschwindigkeit der Bälle und der rauen Oberfläche des Sportgerätes für die Finger eben nicht ungefährlich, wenn die Bälle nicht einfach abgeklatscht oder gefangen werden können. Prallt ein Handball mit voller Wucht auf die Fingerspitze des Torhüters, kann dies eine sogar eine schwere Verletzung zur Folge haben. Die beschleunigte Masse, die dabei auf Knochen, die Bänder, das Gelenk, auf Muskeln, Sehnen und Kapseln trifft, katapultiert sich nach dem Aufprall weg von dem Finger. Beim Berühren der Finger aber kann es ähnlich wie bei einem Schlag mit der Faust für eine kurzzeitige Unterbrechung der Blutzufuhr und zu einer Stauchung kommen. Je nach Aufprallwinkel kann dabei das Fingergelenk, die Kapsel oder die feinen Blutadern in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei einem getapten Finger ist diese Wirkung für den Torwart nur vermindert oder überhaupt nicht zu spüren. Das Sporttape verhindert nämlich in diesem Fall, dass sich der Finger für Sekundenbruchteile extrem verbiegt, beziehungsweise, dass der Finger ohne Schutz dem Aufprall des Balles ausgeliefert ist. Denn selbst die relativ dünne Tape-Schicht sorgt dafür, dass der Finger eine relativ starre Haltung bekommt, ohne unflexibel zu sein.

Vor allem nach erst innerhalb kurzer Zeit auskurierten Verletzungen an den Fingern ist es ratsam, dass Torhüter die Hand tapen. Damit wird eine Stabilisierung erreicht, die den Heilungsprozess nicht beeinträchtigen und neuen Verletzungen vorbeugen.

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