Wie sinnvoll sind Tapeverbände?

Der Grundsatz, dass diejenigen Sportler, die Tape-Verbände an ihren neuralgischen Körperstellen zum Stabilisieren benutzen, vor schweren Verletzungen verschont bleiben, ist zwar so nicht ganz richtig. Klar ist allerdings, dass Tape-Verbände an Fußgelenken dort für eine Stabilisation sorgen, die dort ja auch erwünscht ist. Allerdings dürfen die Tape-Verbände nicht so fest das Gelenk fixieren, dass es steif ist und nicht mehr in der Lage ist, flexibel die Bewegungen auszuführen.

Andererseits sind Tapeverbände geeignet, angegriffene Knochenstrukturen zu stabilisieren. Ein Beispiel dafür: Bei angebrochenen Rippen ist es notwendig, wenn ein Spieler, der trotz dieser Verletzung dennoch zum Einsatz kommen soll, an seinem Brustkorb, beziehungsweise je nach Lokalisation des betreffenden Rippenbogens auf jeden Fall oberhalb der Hüfte, mit einem Tape-Verband versehen wird. Der elastische Kunststoff-Verband gibt trotz seiner typischen Flexibilität den Rippen ein festes Gerüst, das genau auf den betroffenen Bereich abgestimmt ist. So sind die Rippen nicht nur statisch fixiert, sondern schützen Knochengewebe unter anderem vor Stauchungen und Stößen besser als eine Stoffbinde.

Ähnlich zu beschreiben ist der Vorteil eines Tape-Verbandes bei einer von außen einwirkende Kraft, die auf ein Fußgelenk einwirkt oder auf das Knie- sowie Handgelenk  aufprallt. In diesen Fällen zeigt sich, dass die Verletzungen nicht so schlimm sind, wenn die betroffenen Stellen vorher getapt waren. Ein gefoulter Spieler, der im vollen Lauf von seinem Widersacher regelwidrig zu Fall gebracht wird, kann zwar nicht selbst verhindern, dass sein Körper durch den Tritt oder ein Rempeln verletzt wird. Doch ist – zumindest wenn es um seine Knochen geht - es schon besser, wenn die Tapes angelegt sind.  Schwere Knochengelenkverletzungen sind dann recht selten – es sei denn die Fouls werden mit großem Kraftaufwand ausgeführt.

Zumeist auch unglücklich verlaufenden Komplikationen nach einem Foul sind nicht immer, aber oft darauf zurückzuführen, dass die Gelenke, respektive das Knochen- oder Muskelgewebe, nicht geschützt waren. Die Festigkeit, mit der ein Schienbein oder ein Fußgelenk beim harten Körperkontakt mit  einem Gegner absorbieren kann, hängt natürlich nicht von einem Tape-Verband ab, sondern ist individuell von Spieler zu Spieler unterschiedlich. Doch ist es sinnvoll, dass Spieler, die bereits schwere Verletzungen an Knöchel- oder Fußgelenken erlitten hatten, sich überlegen sollten, ob ein Tapeverband - nicht zu verwechseln mit einem Kinesiologie Tape - nicht auch die Gelenkkapseln vor Tritten und Instabilitäten schützt.

Es kommt noch ein weiteres Argument hinzu. Bei Tapes auf der Haut ist es nicht nur so, dass  die Knochen und Bänder äußerlich besser gegen Druck von außen geschützt sind. Vielmehr kommt noch die psychologische Wirkung hinzu. Ein mit einem Tapeverband versehener Akteur fühlt sich vor allem im Unterbewusstsein sicherer, wenn seine Gelenke von diesen umschlossen werden. Tapen ist also vor allem für den Kopf gut, über die dadurch vorhandene Fitness lässt sich wohl streiten.

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