Was ist die Aufgabe eine Torrichters?

Die Frage ist auf den ersten Blick relativ einfach zu beantworten, wenn es nur um die ureigentliche Aufgabe eines Torrichters geht. Der Torrichter steht auf, beziehungsweise an der Torauslinie und ist dort dafür zuständig, zu kontrollieren, ob der Ball bei einem Torschuss mit vollem Umfang im Fußballtor hinter der Linie war. Doch der Torrichter hat außerdem die Aufgabe, alle Spielszenen im Strafraum zu beobachten, um in strittigen Fällen dem Schiedsrichter seine Beobachtung mitteilen zu können. Seit der Saison 2009/2010 wurden die Torrichter erstmals in der Europa-Liga eingesetzt. In der Bundesliga gibt es heute auch schon Torlinien-Schiedsrichter, den sogenannten Vierten Unparteiischen - genau wie in der Champions-League.

Unweigerlich denken vor allem ältere Fußballfreunde beim Thema Torrichter wohl dabei unweigerlich an das sogenannte Wembley-Tor, das damals zwischen England und Deutschland am 30. Juli bei der WM 1966 in London im Finale vom  Schiedsrichter – nach vorhergehender Befragung eines Linienrichters - für die Engländer gegeben wurde, obwohl nicht sicher war, ob der Ball tatsächlich hinter der Linie war. Was war genau geschehen? Der Engländer Geoffrey Hurst hatte den Ball in der Verlängerung des Finalspiels England-Deutschland beim Stand in der 101. Minute von 2:2 an die Unterkante der Latte geschossen. Von dort aus sprang der Ball auf den Rasen zurück. Sofort jubelten die englischen Spieler, während Abwehrspieler Wolfgang Weber den ins Feld zurückprallenden Fußball ins Aus köpfte. Die deutschen Fußballer reagierten auf die englischen Torjubel-Szenen erst gar nicht und dann mit ablehnenden Gesten sowie Protesten. Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst unterbrach daraufhin das Spiel, um Linienrichter Tofik Bachramow aus Aserbaidschan zu befragen. Als Bachramow ihm mitteilt, dass er den Ball hinter der Linie gesehen hat, gab der Schiedsrichter das Tor und pfiff zum Anstoß an den Mittelkreis. Seit Jahrzehnten gibt es immer noch Diskussionen, ob der Ball tatsächlich hinter der Torlinie war. Es wurden Fotos und damals gedrehte Filme ausgewertet, die beweisen sollten, ob die Kugel hinter, auf oder vor der Linie aufgekommen ist. Bis heute gibt es keine hundertprozentig sichere Erklärung dafür, ob  der Ball tatsächlich nach dem Schuss von Hurst hinter der Torlinie gelandet ist.

Klar ist aber auch, dass selbst ein Torrichter nicht perfekt ist, um in allen Situationen den Aufprall des Balles hinter der Torlinie zu erkennen, beziehungsweise zu bestätigen. Er ist ein Mensch und damit nicht perfekt. Eine im Grunde genommen wesentlich sichere Sache wäre es, bei Entscheidungen, ob der Ball über die Torlinie geraten ist oder nicht, auf die Technik zu setzen. Damit wurde und wird auch schon experimentiert. Allerdings verhinderten bisher Fußball-Funktionäre die Absicht, in den Bällen ein entsprechendes Modul einzubauen, weil eben auch die Technik ihre Tücken haben kann. Mit anderen Worten: Weder der Torrichter noch ein eingebauter Mini-Chip sind vor Fehleinschätzungen oder Fehlfunktionen gefeit.

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