Was ist ein Motivationstrainer?

Als Motivationstrainer werden Menschen bezeichnet, die verschiedene Methoden des Coaching anwenden, die ihren Klienten aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens - darunter also auch Sportler - dabei helfen sollen, ihre Ziele zu erreichen. Zudem sollen  Mental-Trainer die Motivation der Spieler, beziehungsweise einer Mannschaft, erhöhen und den Erfolg zu steigern.

Dabei werden verschiedene so genannte Mental-Strategien verwendet und Übungen im Fußballtraining durchgeführt. Die Adressaten dieser Methoden, die meist Teilnehmer eines Seminars oder eines direkten Coachings sind, sollen dazu gebracht werden, ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zu erhöhen und eventuelle Blockaden zu überwinden. Außerdem ist eine rein begriffliche Abgrenzung zum Mentaltraining sehr schwierig, die Ansätze gehen ineinander über. Motivationstrainer ist übrigens keine geschützte Berufsbezeichnung, es gibt daher auch keine übergeordnete geregelte Qualifikation.

Als Begründer des Motivationstrainings gilt Joseph Murphy, der erste Vertreter des positiven Denkens. Doch damit ist auch schon der Negativ-Impuls genannt, der den Motivationstrainern anhaftet. Kritiker werfen den Motivationstrainern vor, oberflächlich und kampagnenmäßig eine Mannschaft beeinflussen zu wollen, die aus Individuen und Grüppchen bestehen, deren Interessen von reinem Egoismus bestimmt ist. Wie Gruppen innerhalb einer Mannschaft oder einzelne Spieler motiviert werden können, mehr aus sich herauszuholen und beispielsweise konzentrierter oder aber mutiger zu agieren, ist in der Branche der Motivationstrainer selbst umstritten.

Dabei ist wichtig, dass es von vorneherein klar ist, dass Fußballmannschaften in fast allen Fällen eben nicht eine homogene Einheit sind, die leicht zu beeinflussen oder zu führen ist. Meistens arbeiten in einer gruppendynamischen Aktion die jeweiligen Akteure gegeneinander statt gemeinsam ein Ziel zu verfolgen und dabei zeitweise eine klare Ordnung in der Hierarchie zuzulassen. Erfahrene Motivationstrainer erkennen zwar die Fallstricke schon im Training, die sich aus solchen Gruppen-Bildungen ergeben, doch die Auflösung von solchen in verschiedenen Mannschaftsteilen zersplitterten Gruppen ist meist nicht möglich. Zudem  ist ein Motivationstrainer alleine schon deshalb mit solchen Situationen  überfordert, weil er zwischenmenschliche Probleme innerhalb einer  Mannschaft lösen müsste. 

Unter anderem die unterschiedliche Herangehensweise  macht den Unterschied bei der Arbeit mit Fußballmannschaften zwischen einem Psychologen und einem Motivationstrainer aus. Während der Motivationstrainer vor allem daran interessiert ist, die Mannschaft und Akteure zu „pushen“, würde ein Psychologe erst ein Analyse der jeweiligen Protagonisten sowie der inneren Struktur der Mannschaft vornehmen. Erst dann würde er Ziele festlegen, wie und mit welchen Anreizsystemen die jeweiligen Mannschaftsteile oder Spieler motiviert werden könnten. Diese analytische Methode ist ein hochkomplexer Vorgang, der viel Zeit erfordert. Und diese Zeit ist meistens nicht vorhanden, wenn Mannschaften in einer sportlichen Krise mit Hilfe eines Motivationstrainers wieder auf die Erfolgsspur gebracht werden könnten.

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