Was verdient ein Schiedsrichter im Boxen?

Beim Boxen gibt es neben den beiden Kämpfern noch einen weiteren Protagonisten im Ring - den Schiedsrichter. Der Box-Schiedsrichter, auch Ringrichter genannt, achtet darauf, dass im Ring zwar mit harten Bandagen geboxt, aber letztendlich nur mit fairen Mitteln gekämpft wird. Dazu hat der Box-Schiedsrichter spezielle Aufgaben, wie beispielsweise das Anzählen der Boxer nach einem Niederschlag oder das Trennen der beiden Boxer, sofern diese klammern und sich im Clinch befinden. Doch was verdient ein Schiedsrichter beim Boxen eigentlich? Der folgende Artikel geht auf die Verdienstmöglichkeiten von Box-Schiedsrichtern ein und beinhaltet einige Zahlen und Beispiele.

Amateur- oder Profikampf, Vor- oder Titelkampf?

Natürlich ist Boxkampf nicht gleich Boxkampf und dementsprechend werden Schiedsrichter im Boxen auch stets anders für ihre Arbeit entlohnt. Die Gehaltsspanne pro Kampf liegt bei Box-Schiedsrichtern grundsätzlich zwischen 150 und 25.000 Dollar, also umgerechnet ca. 125 bis 20.000 Euro. Offiziell bestätigt sind diese Gehaltsspannen zwar nicht, verschiedene Quellen im Internet beinhalten jedoch Vergütungen, welche im genannten Rahmen liegen. Natürlich ist auf den ersten Blick erkennbar, bei welchen Honoraren es sich um den Amateurbereich handelt. Ein im Profibereich tätiger Box-Schiedsrichter wird ohne weiteres von seiner hauptberuflichen Ringrichter-Tätigkeit leben können, sodass diese Schiedsrichter pro Kampf beziehungsweise pro Kampfabend ab 2.500 bis 5.000 Euro aufwärts verdienen. Hier kommt es natürlich auch stets darauf an, ob der jeweilige Ringrichter für einen x-beliebigen Vorkampf oder den WM-Kampf im Schwergewicht zuständig ist. Hinsichtlich der Bezahlung gibt es jedoch auch länderspezifische Unterschiede, da der Boxsport weltweit eine ungleiche Popularität besitzt und daher beispielsweise auch medial unterschiedlich im Fokus steht. "Tarifliche" Vorgaben beziehungsweise Richtgrößen für die Vergütung der Box-Schiedsrichter werden zwar von den großen nationalen und internationalen Boxverbänden wie WBA, WBO, WBC oder IBF herausgegeben, dennoch wird ein Ringrichter in den USA natürlich deutlich mehr verdienen als in Mexiko, Costa Rica oder Polen. Joe Cortez, der durch seine Tätigkeit als Box-Schiedsrichter Mitglied der "International Boxing Hall of Fame" wurde, lebt in Las Vegas und zählt zu den bekanntesten und bestbezahltesten Ringrichtern. Durch seine Tätigkeit als Box-Schiedsrichter ist er so bekannt geworden, dass er auch schon als Schauspieler in einigen Filmen, beispielsweise "Rocky Balboa" mitgewirkt hat. Dies sorgt unterm Strich natürlich auch für ein nicht unerhebliches Nebeneinkommen.

Der Verdienst hängt von Boxverbänden und Veranstaltern ab

Anders als bei Sportarten wie Fußball oder Basketball wird die Organisation von Events und Veranstaltungen beim Boxen weniger vom Verband, sondern mehr von den jeweiligen Veranstaltern übernommen. Insofern hängt natürlich einiges von individuellen Vorstellungen und Möglichkeiten des Veranstalters ab, beispielsweise auch die Bezahlung der Box-Schiedsrichter. Arbeitet ein Box-Veranstalter beispielsweise häufiger mit einem bestimmten Ringrichter zusammen, so ist es durchaus möglich, dass es aufgrund der intensiveren Zusammenarbeit auch Bonuszahlungen etc. gibt. Gleiches ist denkbar, wenn ein Ringrichter im Rahmen eines Box-Events nicht nur einen Kampf eines Veranstalters leitet, sondern gleich mehrere Kämpfe übernimmt. Die Vergütung fällt in einem solchen Beispiel sicherlich pauschal für den gesamten Kampfabend aus, wobei dementsprechend individuell zwischen Box-Schiedsrichter und Veranstalter verhandelt werden muss.

Warum ist eine hohe Bezahlung für die Box-Schiedsrichter wichtig?

Boxen ist eine Sportart, welcher grundsätzlich eine im Verhältnis zu anderen Sportarten hohe Manipulationswahrscheinlichkeit nachgesagt wird. Es ist in diesem Zusammenhang enorm wichtig, dass die Ringrichter stets neutral und fair bleiben, sodass der Sport im Mittelpunkt stehen kann. Box-Schiedsrichter könnten beispielsweise mit Geld bestochen werden, um im Rahmen eines Kampfes einen bestimmten Boxer zu bevorzugen oder zu benachteiligen. Um die Bestechungsgefahr zu reduzieren ist es wichtig, dass die Box-Schiedsrichter finanziell nahezu "unabhängig" sind und von ihrer Bezahlung gut leben können. Würde ein Box-Schiedsrichter beispielsweise 3.000 Euro monatlich verdienen, wäre eine derartige Unabhängigkeit natürlich nicht gegeben. Bei einer Vergütung von 5.000 Euro pro Kampf und beispielsweise vier Kampfterminen im Monat, würde das monatliche Honorar bereits bei 20.000 Euro liegen. Kleine Bestechungsversuche sollten sich in diesem Fall als unattraktiv herausstellen, da der Ringrichter von seiner Tätigkeit im Ring sehr gut leben kann. Er kann sich daher voll und ganz auf die sportlichen Aspekte konzentrieren und seine Neutralität dabei stets wahren.

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