Wie wirkt Kühlgel?

Wer gerne Sport- und insbesondere Fußballübertragungen im Fernsehen schaut, kennt die Bilder von Läufern oder Fußballern, die mit schmerzverzerrtem Gesicht verletzt zusammen brechen. Sie haben sich in der Regel schlimmere Verletzungen, wie Prellungen, Zerrungen oder Verstauchungen, zugezogen. Meist sieht man dann Rettungssanitäter zu den Athleten eilen, die oft erste Hilfe mit Kältespray oder Eisspray leisten. Wer Sportler kennt oder selbst sportlich aktiv ist, weiß, dass zur Behandlung von Verletzungen und bei Überlastung auch oft Kühlgel eingesetzt wird. Aber wie funktionieren eigentlich diese Mittel?

 

Sowohl Kühlgel als auch Eisspray oder Kältespray haben als Grundwirkprinzip die Ausnutzung des Kälteeffektes. Kälte verlangsamt viele Prozesse, die bei einer Entzündung stattfinden. Symptome einer akuten Entzündung sind Rötungen, Hitzeempfinden und teilweise recht heftige Schmerzen. Diese entstehen unter anderem durch die stärkere Durchblutung der Kapillaren. Durch die niedrigen Temperaturen, die durch die Mittel bewirkt werden, ziehen sich die Blutgefäße zusammen. Die Durchblutung wird gedrosselt. Rötungen und Überhitzung werden gestoppt. Bei den Verletzungen werden außerdem feine Sensoren in der Haut aktiviert, die elektrische Signale an das Gehirn senden. Dadurch wird Schmerzempfinden ausgelöst. Durch die Kälte wird die Reizleitungsgeschwindigkeit der Nerven herabgesetzt. Die Schmerz-„Nachricht“ kann nicht mehr so schnell ins Gehirn gelangen. Auch dadurch wird der Schmerz reduziert.

Kühlgel basiert auf der Wirkung ätherischer Öle, die nach dem Auftragen auf die Haut eine Absenkung der Temperatur um etwa 5 Grad Celsius bewirken. Dies geschieht durch das Verdampfen des in den Mitteln enthaltenem Wassers. Zu den verwendeten ätherischen Ölen gehören Kampfer, Menthol, oft auch Eukalyptus. Der kühlende Effekt tritt schon ca. eine Minute nach dem Auftragen ein und hält bis zu zwei Stunden vor. Dadurch kann vor allem ein Rückgang von Schwellungen und die Reduzierung von Schmerzen erreicht werden. Muskeln, Sehnen und Bänder werden entspannt, Entzündungen und Überhitzungen werden gelindert oder ganz verhindert. Das Gel wird hauptsächlich nach großen Anstrengungen und bei starker Überlastung von Bändern, Sehnen und Gelenken angewendet. Für die Akutversorgung bei Sportunfällen ist es weniger geeignet. Bei der Anwendung von Kühlgel muss beachtet werden, dass dieses nicht mit den Augen oder mit der Schleimhaut in Berührung kommen darf. Auch im Bereich der Haare sollte das Gel nicht angewendet werden.

Eis- oder Kältesprays machen sich einen anderen Effekt zu nutze. Diese Produkte enthalten in der Regel flüssige Gase, wie Propan oder Butan. Die Gase selbst haben keine medizinische Wirkung. Entzündungen und Schmerzen werden durch die Ausnutzung eines physikalischen Effektes effektiv gelindert. Beim Aufsprühen der Sprays verdampfen die Gase und werden wieder gasförmig. Durch das Verdunsten auf der Haut wird Wärme verbraucht. Die dabei entstehenden Temperaturen liegen zwischen -30 und -40 Grad Celsius. Teilweise kann die Temperatur sogar bis auf - 60 Grad Celsius sinken. Kältesprays haben sich in der modernen Notfallmedizin bewährt. Sie werden im Bereich des Sports oft für die Akutversorgung bei Unfällen eingesetzt. Auch bei der Anwendung von Kälte-oder Eissprays ist Vorsicht beim Kontakt mit bestimmten Körperpartien geboten. Die Produkte dürfen keinesfalls in die Augen gelangen. Auch auf die Haare sind sie nicht aufzutragen. Die Sprays dürfen nicht zu lange angewendet werden, weil sonst die Gefahr von Erfrierungen besteht. Sie wirken nur Kurzfristig und oberflächlich. Wichtig ist nach der Akutversorgung eine weitere professionelle Notarztversorgung.

Wer bei einer der nächsten Fernsehübertragungen oder vielleicht auch live im Stadion mal wieder einen Notfall beobachtet, weiß nun sicher, dass den Verletzten effektiv geholfen werden kann. Und so wirkt die Szenerie dann auch weniger bedrohlich. Dank moderner Medizin und hochentwickelter Produkte können Sanitäter und Therapeuten heutzutage schnell und wirkungsvoll eingreifen und so Schmerzen und Leid auf ein möglichst geringes Maß reduzieren.

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