Wieso gibt es im Amateur-Handball zwei Schiedsrichter?

Die Frage erklärt sich eigentlich von selbst: Handball zählt immer noch zu den schnellsten Mannschaftssportarten – abgesehen von Eishockey, Basketball oder auch Volleyball. Die ständige hohe Beanspruchung der Schiedsrichter macht es schon im Amateurbereich - genau wie in der Bundesliga - notwendig, dass zwei Unparteiische das Spiel leiten müssen.

Handball-Schiedsrichter gehören zu den bei Ballsport- Mannschafts-Wettbewerben während der regulären Saison zu den mit am  meisten beanspruchten Aktiven im Schiedsrichterwesen. Dies ist hauptsächlich auf die in den regulären Spielzeiten, auch in der Jugend, häufig benötigten Entscheidungsfindungen in dieser Sportart zurückzuführen. Die Ergebnisse von verschiedenen Studien zeigen, dass die Schiedsrichter bei Handballspielen bis zu zehn Mal mehr Entscheidungen in einem Spiel als bei anderen Mannschaftsballsportarten treffen müssen. Wohlgemerkt handelt es sich dabei um zwei Schiedsrichter, nicht nur um einen, wie das beispielsweise beim Fußball der Fall ist. Die dort eingesetzten beiden Linienrichter können nicht mit einem zweiten Schiedsrichter verglichen werden. Denn die Linienrichter dürfen während der Matches nicht das Spielfeld betreten und sind so „weit vom Schuss“ entfernt.

Übrigens:

Auch in den meisten Handball-Amateurklassen werden die Spiele von zwei eigentlich  gleichberechtigten Schiedsrichtern geleitet. In Ausnahmefällen (wie kurzfristige Erkrankung) kann ein Spiel auch von nur einem Schiedsrichter geleitet werden. Im Jugendbereich sowie in den unteren Spielklassen - auch im Erwachsenenbereich -, ist in den meisten Spielbezirken in Deutschland nur ein Schiedsrichter mi der Leitung der Partien vorgesehen. Diese Regelung ist in den jeweiligen Durchführungsbestimmungen der Verbände festgelegt. 
Ab der Bezirks-, teilweise zudem auch auf der Landesebene, sind Schiedsrichter prinzipiell eigentlich nur noch zu zweit auf dem Feld aktiv. Damit zollen die Verbände unter anderem dem hohen Tempo Tribut, das durch die athletische Spielweise der Handballer in den vergangenen Jahren immer schneller wurde.

Doch wie wirken sich zwei Schiedsrichter auf dem Hallenspielfeld aus? Dazu sollte folgendes erklärt werden: Die Mannschaften befinden sich auf dem Spielfeld üblicherweise zwischen den beiden Schiedsrichtern, die sich  aufgrund ihrer Position auf dem Spielfeld, in Tor- und Feldschiedsrichter unterscheiden. Die beiden Handball-Schiedsrichter stehen beziehungsweise bewegen sich dann diagonal versetzt, damit sie jeweils eine Seitenauslinie im Blick haben. Gibt es dann schnelle Ballbesitz-Wechsel, so wechselt gleichzeitig die Position der Schiedsrichter (der Torschiedsrichter wird zum Feldschiedsrichter und auch umgekehrt). Beide sind im Besitz einer Schiedsrichterpfeife. Um regelmäßig einen anderen Blickwinkel zu bekommen, wird etwa alle zehn Minuten (meistens nach einem Torerfolg, oder während einer längeren Spielunterbrechung) ein langer Wechsel durchgeführt. Dies bedeutet, dass die Schiedsrichter so ihre Positionen austauschen, dass sie die jeweils andere Mannschaft direkt vor sich haben. Hinzu kommt, dass die Schiedsrichter in der Regel alle fünf Minuten die Seite wechseln sollte (kurzer Wechsel).

Andere Fragen, die Dich interessieren könnten:

Welchen Trainerschein brauche ich, um in der Handball-Bundesliga zu trainieren?

Was ist anstrengender: Fußball, Handball oder Basketball?

Warum gibt es statistisch mehr Heimsiege als Auswärtssiege?

Nach oben
;