Warum gibt es statistisch mehr Heimsiege als Auswärtssiege?

Die Frage ist leicht zu beantworten, weil sie zum einen faktisch zu belegen ist und zum anderen, weil sie die direkte sowie indirekte Auswirkungen mit dem Ur-Instinkt des Menschen in Verbindung gebracht werden können.

Ein Heimspiel tragen Fußballer aus, wenn sie am Spieltag an ihrem Heimatort – bzw. bei internationalen Wettbewerben in ihrem Heimatland – in der Liga zum Match antreten. In diesem Fall besteht das Publikum meist überwiegend aus Fans der jeweiligen Heim-Mannschaften – nur in extremen Fällen gibt es Ausnahmen. Die Unterstützung durch die Fans im heimischen Stadion kann die Heimmannschaft oft für ihre Ziele nutzen. Denn gerade bei Mannschaftssportarten - wie eben beim Fußball oder beim Handball – werden die  Schiedsrichter durch die Präsenz der Zuschauer nachweislich oft zugunsten der jeweiligen Heimmannschaft beeinflusst.

Zudem hat ein englischer Psychologe nachgewiesen, dass vor Heimspielen die Konzentration des männlichen Sexualhormons Testosteron im Blut der Spieler deutlich ansteigt. Testosteron ist, so lautet die einhellige Meinung von Experten, verantwortlich für gesteigertes „Revier-Verhalten“ und soll nach den aktuell gültigen psychologisch-medizinischen Erkenntnissen unter anderem die Reaktionsgeschwindigkeit sowie das räumliche Vorstellungsvermögen steigern.

Ein weiterer Heimvorteil kann außerdem darin bestehen, dass die Heim-Teams besser an die örtlichen Besonderheiten angepasst sind als der Gegner. Dies kann an der Lage des Fußballplatzes liegen, der beispielsweise ständigen, heftigen Windböen ausgesetzt ist, von dem die Heim-Mannschaft genau Bescheid weiß, die Gäste-Mannschaft aber von der Heftigkeit der Böen überrascht ist und sich nur schwer darauf einstellen kann.

Ein weiteres drastisches Beispiel ist die bolivianische Fußballnationalmannschaft, wenn deren Spiele im Stadion von La Paz ausgetragen werden. Die gegnerischen Mannschaften haben oft Probleme mit der Höhenlage der Stadt, die in circa 3600 Meter über dem Meer angesiedelt ist. Das Nationalteam von Bolivien hat wohl vor allem deshalb eine eindrucksvolle Heimbilanz und konnte schon mehrfach auch gegen vermeintlich stärkere Mannschaften zuhause deutlich gewinnen.

Als ein weiterer Wettbewerbsvorteil von Heimspielen wird oft genannt, dass die Heim-Mannschaft keine Reisestrapazen auf sich nehmen muss.

Fakt ist auf jeden Fall, dass Heimsiege statistisch im Allgemeinen häufiger vorkommen als Auswärtssiege. Der Ball landet für die Gastgeber also deutlich häufiger im Tornetz des Gegners als umgekehrt. So gab es in der Saison 2007/08 der Fußball-Bundesliga in 306 Spielen insgesamt 143 Siege der Heimmannschaften, dagegen aber nur 85 Auswärtssiege sowie  78 Unentschieden.

Im langjährigen Durchschnitt der Bundesliga – wenn die Zahlen seit der Saison 1963/1964 zugrunde gelegt werden – beträgt der durchschnittliche Anteil an Heimsiegen sogar bei über 50 Prozent. Zieht man die Statistik bei  Vorhersagen für einen Heimsieg im Fußball zu Rate so ist der Tipp für einen Heimsieg jedenfalls fast doppelt so hoch wie für einen Auswärtssieg oder ein Remis. Heimspiele sind also sichererer Quoten in einem Tippspiel als andere Spiele. Das wird in jeder Tabelle angezeigt. Die Teams erzielen in der Regel auch mehr Tore pro Heimspiel als in der Fremde.

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