Was bedeutet Sudden Death beim Eishockey?

Die reguläre Spielzeit eines Eishockeyspieles beträgt insgesamt 60 Minuten. Diese wird in drei Teile zu jeweils 20 Minuten eingeteilt. Da bei jeder Unterbrechung die Zeit angehalten wird, nimmt das komplette Spiel im Schnitt rund 130 Minuten und mehr in Anspruch.
Nach Ablauf der Zeit, kommt es im Falle eines Unentschieden zu einer Spielzeitverlängerung (auch Overtime genannt). Falls eine der Mannschaften innerhalb der ersten fünf Minuten in der Spielzeitverlängerung ein Tor schießt, erzielt dieses Team einen unmittelbaren Sieg.

Diese Art von Sieg wird im Eishockey als „Sieg in der Sudden Death (eng. plötzlicher Tod) Zeit“ bezeichnet. Da der Begriff im englischsprachigen Raum unter anderem auch für den „Plötzlichen Kindstod“ in Verwendung genommen wird, nennt man diesen Sieg auch Sudden Victory overtime (eng. plötzlicher Sieg in der Spielverlängerung).

Die erste Spielzeitverlängerung, die mit einem Sudden Death endete, ereignete sich im Jahre 1919 bei einem Stanley Cup* Finale. Dieses System spielt bis heute eine große Rolle in der Geschichte des Hockeys.

Ein bekanntes Beispiel für einen Overtime Sieg liefert die Eishockey Weltmeisterschaft 2003. Damals stand die deutsche Nationalmannschaft gegen den 21-maligen Weltmeister Kanada im Viertelfinale. Nachdem die Deutschen im dritten Drittel einen 2:0 Rückstand ausgleichen konnten, erzielte Eric Brewer das entscheidende Tor für die Kanadier in der Over Time. Somit platzte für die Deutschen der 50 Jahre alte Traum, ins Halbfinale vorzustoßen.

Bei der Weltmeisterschaft 2013 siegte das deutsche Team durch einen Verlängerungstreffer von Christian Ehrhoff gegen Frankreich. Jedoch reichte dieser 3:2 Sieg nicht zum Weiterkommen. Da sich der Vize-Weltmeister Slowakei mit einem 4:1 Sieg gegen die USA den vierten Platz der Vorrundengruppe B sicherte, schied Deutschland somit aus. Enttäuscht musste das Team damals das Stadion von Helsinki verlassen.

Dem breiten Publikum der Nicht-Eishockey Fans wurde der Begriff "Sudden Death" durch einen gleichnamigen US- amerikanischen Action Film (1995) mit Jean Claude Van Damme in der Hauptrolle bekannt. In dem Film spielt Jean Claude den Hausmeister Darren McCord im Stadion "Civic Arena" von Pittsburgh. Dank seines Vorrechts beim Erwerb der Spielkarten, bringt er seine Kinder mit in das Stadion. Bei dem Spiel ist auch der US-Vizepräsident als Ehrengast anwesend. Dieser wird von einer Verbrecherbande als Geisel genommen. Ziel der Verbrecher ist es, die Regierung um eine große Summe Geld zu erpressen. McCords Tochter wird ebenfalls als Geisel genommen. Um mehr Druck auf die Sicherheitskräfte auszuüben, installieren die Terroristen in mehreren Teilen des Stadions Bomben. Nun ist der Hauptprotagonist die letzte Hoffnung. Nur er kann verhindern, dass das Geiseldrama ohne Opfer und ohne Massenpanik endet. Als das Spiel sich dem Ende neigt, verkleidet sich Van Damme als einer der Mitspieler und provoziert die bereits erläuterte Spielverlängerung heraus. Diese Zeit braucht er um die Verbrecher zur Stecke zu bringen.

Nicht nur im Eishockey ist der Begriff geläufig. Im Fußball wurde diese Regel 1995 von der FIFA (Weltfußballverbund) und UEFA (Vereinigung europäischer Fußballverbände) übernommen. Dort trug diese den Namen „Golden Goal“ (eng. goldenes Tor). Diese Regelung setzte sich im Fußball allerdings nicht durch und wurde bereits 10 Jahre später wieder aufgehoben. Grund der Abschaffung war es, dass beide Mannschaften sich eher darauf konzentrierten kein Tor zu kassieren, als selbst ein Tor zu erzielen.

Selbst bei Golf, Base- und Softball, Basketball, Rugby, Tennis, Volleyball, Fechten und Ringen bis hin zu Computerspielen, Judo und Mixed Martial Arts (deutsch „Gemischte Kampfkünste“) wird das oben genannte Konzept angewendet.

* (Der Stanley Cup zählt als wichtigste Eishockeytrophäe der Welt und wird jährlich dem Gewinner der Nationalen Eishockey Liga NHL in Nordamerika verliehen).

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