Was tun bei Leistenproblemen?

Bei Problemen, beziehungsweise Schmerzen in der Leisten oder Leistengegend gilt grundsätzlich eigentlich nur eine Empfehlung: Zum Arzt gehen.
Wahrscheinlich eine der bekanntesten Ursachen für die meist plötzlich auftretende Leistenschmerzen ist ein Leistenbruch. Dabei handelt es sich nicht um einen Knochenbruch, sondern um den Einbruch der Eingeweide im Bereich der verletzten Stelle. Die Eingeweide gelangen durch diesen Bruch in den sogenannten Leistenkanal. Es handelt sich dabei um einen vier bis fünf Zentimeter langen Spalt, der schräg am unteren Ende der Bauchwand verläuft. Inneres Gewebe und sogar auch Bauchorgane, die eigentlich von einer schützenden Schicht aus Bindegewebe, Sehnen und Muskeln umgeben sind, entziehen sich dieser Schutzschicht und stülpen sich nach außen, so dass sie direkt unter der Haut liegen. Dort werden sie dann aber nicht mehr durchblutet und sterben ab.

Eine weiterer sehr häufiger Grund von Leistenschmerzen sind krankhafte Verdickungen der Lymphknoten. Sie schwellen an, wenn sie zu stark beansprucht werden. Zudem können  Entzündungen, Infektionen oder rheumatische Erkrankungen die Verdickung der Lymphknoten hervorrufen. Eine sogenannte Sportler-Leiste, wie sie im Volksmund genannt wird, ist auf Überbelastung sowie bereits erlittenen Verletzungen von Muskeln und Sehnen in der Leistengegend zurückzuführen, die vor allem nach höchster sportlicher Beanspruchung auftreten. Beim Fußball erlebt man diesbezüglich oft Leistenzerrungen. Die Behandlung einer Leistenzerrung ist oft langwierig. 
Doch auch Gelenke können schon einen Schmerz im Leistenbereich auslösen, zum Beispiel durch Fehlstellungen beim Knie oder der Füße, durch eine Arthrose oder aber auch durch größere Verschleißerscheinungen an der Lendenwirbelsäule. 
Zudem gibt es weitere Erkrankungen und Verletzungen, die Leistenschmerzen hervorrufen können: So zum einen Harnsteine, zum anderen Bandscheibenvorfälle in der Lendenwirbelsäule oder auch verschiedene Entzündungen oder Erkrankungen der Hoden können ebenfalls starke Leistenschmerzen nach sich ziehen. 
Auch das Geschlecht der von Leistenschmerzen Geplagten kann eine Rolle spielen: Manche Frauen verspüren während ihrer Periode ein Ziehen in der Leistengegend. 
Deswegen gilt umso mehr, was anfangs bereits beschrieben wurde: Bei starken Schmerzen in der Leistengegend sollte man so schnell wie möglich zum Arzt gehen, da es sich eventuell um eine lebensgefährliche Erkrankung handeln kann. Da reicht eine Behandlung mit dem Erste Hilfe Koffer oder Eisspray nicht aus. Eine Diagnose muss deshalb dann zügig erfolgen. Zunächst wird beim Arzt eine genaue Zusammenstellung der Beschwerden formuliert sowie die jeweilige Krankheitsgeschichte des Patienten geklärt.
Zudem werden die Gefäßpulse an den Handgelenken sowie an den Beinen gemessen, ebenso wie der Blutdruck. Zum medizinischen Check gehört auch, dass Lungen und Herz untersucht, beziehungsweise abgehört, und die  Bauch- und Leistengegend abgetastet.  Auf diese Art und Weise kann der Arzt Leistenbrüche und Hodenerkrankungen schnell erkennen. Weitere Diagnosemöglichkeiten sind Ultraschall-Untersuchungen, das Kontrollieren der Blut- und Urinwerte, entsprechende Röntgenaufnahmen sowie Gewebeproben aus dem betroffenen Körperbereich.

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