Welche Eckballvarianten gibt es beim Fußball?

Schnell oder langsam, hoch oder tief, lang oder kurz - im Fußball gibt es viele Möglichkeiten, einen Eckball auszuführen. Es gibt kein Patentrezept für den perfekten Eckball. Die Ecke ergibt ein halbes Tor - diese alte Fußballerweisheit birgt einen Funken Wahrheit. Schließlich fällt, statistisch gesehen, etwa jedes dritte Tor nach einer Standardsituation.
Dem Einstudieren von Eckballvarianten wird daher oftmals viel Aufmerksamkeit im Fußballtraining zugesprochen.
Ein bekanntes Resultat für die akribische Übung von Standardsituationen ließ sich bei der WM in Brasilien erkennen. Nationalspieler Toni Kroos platzierte seine scharf geschossenen Ecken - mit viel Effet - auf den Köpfen und Füßen seiner deutschen Kollegen. Hierdurch erzielte die Nationalmannschaft drei Tore im Turnier.
In der Praxis simpel erscheinend, geht solcher Effizienz detailgetreue Arbeit voraus. Für den optimalen Ablauf einer Ecke sind diverse Kriterien ausschlaggebend:

1. Ein taktischer Plan, in dem jeder offensive Spieler seine Aufgabe kennt.

2. Der Fußball sollte meist in den Strafraum gespielt werden, um die Wahrscheinlichkeit des Torerfolgs zu maximieren.

3. Die agierende Mannschaft sollte durch Laufwege Räume reißen und sich vom Gegenspieler lösen.

4. Punktgenaues Timing sowie eine gute Technik - das Trainieren von Volleyschüssen und Kopfbällen ist unerlässlich.

Oben angeführte Bedingungen sind die Grundvoraussetzungen, um eine Ecke erfolgreich zu verarbeiten. Wenn diese Bedingungen beherrscht werden, können diverse Taktiken einstudiert werden. Eine universelle Lösung gibt es nicht, um den Fußball in die Richtung des Tors zu befördern.

Das seitliche Lösen von der Torlinie

Diese Methode zielt darauf ab, mit möglichst simplen Mitteln maximalen Erfolg zu kreieren. Lediglich zwei Spieler (und der Ausführer des Eckballs) sind direkt an dieser Variante beteiligt. Das Ziel für die Hereingabe ist der Raum zwischen der Mitte und dem kurzen Pfosten.
Ein Spieler postiert sich hierbei zwischen Fünfmetereck und Torauslinie; hierdurch soll der verteidigende Spieler aus dem weiteren Spielfeld gezogen werden. Räume öffnen sich. Der zweite Feldspieler stellt sich derweil auf oder vor die Torlinie. Wird der Ball hereingegeben, springt der Spieler ruckartig in das Fünfmetereck, das durch den erstgenannten Fußballer aufgerissen wird.
Wenn die Ecke präzise ist, kann der zweite Stürmer unbedrängt zum Kopfball oder Schuss kommen.

Flacher Eckball an die Strafraumgrenze

Der ausführende Schütze bringt den Ball hart und flach in die Mitte der torfernen Strafraumgrenze. Ein Mitspieler läuft dem Ball entgegen und nimmt ihn an. Die anderen offensiven Spieler laufen gleichzeitig ihre Verteidiger an.
Hierbei wird das Areal zwischen Elfmeterpunkt und Strafraumgrenze aufgerissen, Räume öffnen sich. Durch diese Lücke kann der erstgenannte Sportler - per Direktabnahme - versuchen, den Ball Richtung Tor zu befördern.
Diese Methode erfordert detaillierte Vorarbeit im Fußballtraining, um die Automatismen der Laufwege zu verinnerlichen.

Kurzer Eckball mit Dribbling oder Flanke

Der kurz gespielte Pass ist eine unkonventionellere Methodik unter den Eckballvarianten. Der ausführende Fußballer spielt einen (auf ihn zulaufenden) Mitspieler an, der das lederne Runde außerhalb des Strafraums annimmt. In der Regel wird er hierbei nur von einem Verteidiger verfolgt. Der Schütze der Ecke läuft nach der Hereingabe zurück auf das Spielfeld - hierbei entsteht eine Überzahl (2:1) zugunsten der offensiven Mannschaft. Nun kann sich per Doppelpass in den Strafraum durchgespielt werden. Dort kann der Ballführende einen kurzen und präzisen Pass in die Schnittstelle spielen. Vorteil dieser Variante ist, dass der Abstand zwischen Pass und Abnehmer verringert wird.

Flacher Eckball mit Finte

Diese Methode eignet sich für Mannschaften, die über keine kopfballstarken Fußballer verfügen. Zwei Stürmer siedeln sich vor der Hereingabe an der Torlinie an. Einer stellt sich direkt an den Torwart, der andere an den kurzen Pfosten. Wird der flache Eckball geschossen, löst sich zweitgenannter Fußballer von Pfosten und Gegenspieler, indem er auf den Ball zuläuft. Er nimmt ihn jedoch nicht auf, sondern täuscht eine Ballannahme per Finte vor. Der durchgelassene Ball überrascht den mitgelaufenen Verteidiger und kann zu dem zweiten Stürmer durchrollen.

Für welche Variante man sich entscheidet, hängt also vom Leistungsgefüge der Mannschaft und von der Spielsituation in der Saison ab. Moderne Mannschaften stellen sich auf jedwede Gegebenheit ein, um flexibel zu agieren.

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