Welchen Spieler bezeichnet man im Fußball als hängende Spitze?

Um nachvollziehen zu können, was genau mit dem Begriff gemeint ist, muss man in der Geschichte des Fußballs ein wenig ausholen. Als der Sport in den 80er Jahren immer beliebter wurde, sah die Aufstellung noch ganz anders aus als heute. Es waren beispielsweise zwei Sturmspitzen zu finden, und der heutige Mittelstürmer gewann erst viele Jahre später mehr und mehr an Bedeutung. Auch den Libero gibt es nicht mehr. Während sich zwei Sturmspitzen dem Angriff widmeten, waren die übrigen neun Spieler mit der Verteidigung betraut – das Mittelfeld wurde nicht so stark fokussiert wie es inzwischen der Fall ist.

Ein Begriff der Neuzeit
Die Position kann man auch als eine Art Sturmspitze sehen. Die meisten Fußball Vereine spielen das System 4-1-4-1 und arbeiten folglich nur noch mit einer echten Sturmspitze. Die neu gefundene Strategie fordert also im Endeffekt nichts weiter als einen Spieler im vorderen Mittelfeld, der gleichzeitig einen Blick auf den Sturm hat. Spieler, die als hängende Spitze fungieren, fokussieren sich nicht ausschließlich auf den Strafraum des gegnerischen Teams, sondern decken neben den übrigen neun Spielern das Mittelfeld zentral ab. Sofern erforderlich, greifen sie natürlich im Sturm ein, um ihrer besonderen Position Nachdruck zu verleihen.

Der Pendler im Fußball
Man könnte auch sagen, die hängende Spitze ist ein Pendler unter den Spielern. Er muss Mittelfeldspieler und Mittelstürmer zugleich sein. Um eine solche Position sicher belegen zu können, braucht es logischerweise eine Menge Kondition. Deshalb wird der Mittelfeldspieler, der quasi als Joker alle Positionen im vorderen Bereich sichert, besonders gefordert. Im Gegensatz zum festen Stürmer in der Spitze hat der Mittelstürmer, der als hängende Spitze eingesetzt wird, keinen klaren Platz auf dem Feld. Umso schwieriger ist es für den Trainer, diese Position durch andere Spieler, respektive Stürmer, zu ersetzen. Die größte Schwierigkeit besteht aber vor allen Dingen in den deutlich höheren Distanzen, die ein Stürmer als hängende Spitze laufen muss.

Gefahr für die Gegner
Der Fußballer trägt nicht nur viel Verantwortung und braucht ein Höchstmaß an Kondition, sondern sie ist auch für die gegnerische Abwehr kaum durchschaubar. Die neun übrigen Positionen sind klar definiert, wissen um ihre Verantwortung und müssen sich nicht großartig von ihrem Bereich wegbewegen. Der Mittelstürmer aber, der die Sturmspitze seit einigen Jahren ersetzt, ist ein unberechenbares Glied in der Kette, das von jetzt auf gleich vorm Tor stehen und den Ball verwandeln kann.

Unberechenbare Spielzüge
Das Besondere an dieser Konstellation ist die Schnelligkeit. Ohne Vorwarnung werden Pässe angenommen und in Richtung gegnerisches Tor befördert. Da hat es selbst der beste Keeper schwer, sich auf die kommenden Züge vorzubereiten. Das System funktioniert allerdings nur, wenn die neun weiteren Spieler – neben dem festen Stürmer – ihren Job gut machen. Sollte aufgrund der Taktik ein Loch in der Abwehr entstehen, geht das Team ein gewisses Risiko ein. In der Regel funktioniert aber gerade das ganz gut. Gerade die Doppelpässe sind eine enorme Gefahr für die gegnerische Mannschaft. Kein Wunder also, dass die Strategie sehr oft und gerne gewählt wird, um sich zu behaupten.

Voraussetzung: ein gutes Mittelfeld
Damit das taktische Konzept in dieser Form funktionieren kann, müssen Mittelfeldspieler sehr passsicher sein. Erst im Ballbesitz kann der Mittelstürmer nach vorne durchdringen und seine Mannschaft zum Erfolg führen. Die Strategie ist also nicht nur beliebt, sondern fordert im Endeffekt alle Positionen auf dem Spielfeld. Zumindest der Torhüter und der feste Stürmer sind bei dem System fein raus. Wirklich relevant sind am Ende nur die neun verbleibenden Fußballer.

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