Wie lange dauert ein Eishockeyspiel mit Pausen?

Eishockey ist eine dynamische und körperlich anspruchsvolle Sportart, welche den Spielern einiges abverlangt. In diesem Zusammenhang ist es mehr als verständlich, dass es bei einer derartig schnellen Sportart keine Spiellänge von 90 Minuten gibt, so wie es beispielsweise beim Fußball der Fall ist. Doch wie lange dauert ein Eishockeyspiel? Gibt es beim Eishockey Pausen oder sonstige Dinge, welche die Dauer eines Spiels beeinflussen?

Bei der Spielzeit wird zwischen Brutto- und Nettospieldauer unterschieden

Grundsätzlich besteht ein Eishockeyspiel aus drei Dritteln mit einer Dauer von jeweils 20 Minuten. Die effektive Spielzeit beträgt bei einem Eishockeyspiel daher 60 Minuten. Dies ist die so genannte Nettospieldauer. In der Praxis dauert ein Spiel jedoch wesentlich länger, sodass die Spieler häufig sogar 120 Minuten auf dem Eis stehen. Hierbei sind die Pausenzeiten, welche es zwischen den jeweiligen Dritteln gibt, noch nicht mit eingerechnet. Die Pause zwischen den jeweiligen Dritteln hat eine Länge von 15 Minuten. Diese Pausenzeit ist Bestandteil der Eishockeyregeln der NHL (National Hockey League), dem weltweit wichtigsten und größten Eishockeyverband. In Deutschland wurde die Pausenzeit ab der Saison 2006/2007 von 15 auf 18 Minuten verlängert. Die Spieler sollen dadurch eine längere Zeit zur Regeneration bekommen. Bei Live-Übertragungen wurde die Pausenzeit von 15 Minuten vorerst beibehalten, seit dem Jahr 2012/2013 haben die Drittelpausen bei Spielen der DEL (Deutsche Eishockey Liga) auch im Falle einer TV-Übertragung eine Länge von 18 Minuten. Gemessen an der reinen Spielzeit von 60 Minuten und zwei Drittelpausen von jeweils 15 Minuten dauert ein Eishockeyspiel daher brutto mindestens 90 Minuten. Die Drittelpausen sind jedoch nicht der einzige Faktor, wenn es um die Ermittlung der Differenz von Brutto- und Nettospieldauer geht.

Spielunterbrechungen sorgen für einen erheblichen Anstieg der Spiellänge

Während den Dritteln eines Eishockeyspiels gibt es extrem viele Spielunterbrechungen. Dies hängt vor allem mit Fouls und dementsprechenden Strafen zusammen. Da Eishockey eine sehr harte und körperbetonte Sportart ist, gibt es im Laufe eines Spiels zahlreiche Spielunterbrechungen. Hierbei wird, anders als beispielsweise beim Fußball, jedoch auch die Zeit angehalten, weshalb es sich bei der Drittellänge von 20 Minuten nur um die Nettospielzeit handelt. Häufig ziehen Fouls und Strafen jedoch einige Sekunden, zum Teil sogar Minuten nach sich. Die durchschnittliche Bruttodauer eines Drittels liegt bei einem Spiel zwischen 30 und 40 Minuten. Dazu gibt es beim Eishockey noch einen weiteren, die Dauer eines Spiels verlängerten Faktor, die so genannte "Overtime". Hinsichtlich der Overtime-Regelung gibt es in nahezu jedem Land beziehungsweise jeder nationalen Eishockeyliga Unterschiede. Die Overtime-Regelung greift vor allem bei Pokalspielen oder besonderen Wettbewerben und zwar immer dann, wenn nach Ablauf der regulären Spielzeit noch keine Entscheidung über den Spielausgang erzielt werden konnte. Gespielt wird im Rahmen der Spielverlängerung in der Regel so lange, bis der Puck spielentscheidend ins Tor geschossen wurde.

Rekorde aus der Eishockeygeschichte

In der Eishockeygeschichte gibt es in Deutschland und international zahlreiche Rekorde, wenn es um die Dauer eines Eishockeyspiels geht. Die längste Partie in der Geschichte der DEL wurde im Jahr 2008 zwischen der Mannschaft Kölner Haie und dem Team Adler Mannheim ausgetragen. Das Spiel wurde erst im neunten Drittel entschieden und hatte insgesamt eine Dauer von sechseinhalb Stunden (168,16 Minuten Nettospielzeit zuzüglich Pausen und Unterbrechungen). Dieses Spiel ist gleichzeitig auch das längste in Europa ausgetragene Eishockeyspiel. Das seit über 70 Jahren längste Spiel der weltweiten Eishockeygeschichte war ein NHL-Playoffspiel, welches im Jahr 1936 zwischen der Mannschaft Detroit Red Wings und dem Team Montreal Maroons ausgetragen wurde. Die reine Spielzeit betrug bei diesem Eishockeyspiel 176 Minuten und 30 Sekunden. Nach so einer Partie kann sich natürlich kein Spieler mehr auf dem Eis halten. Die Overtime-Regelung wird in der NHL häufig diskutiert, bislang ist jedoch keine Änderung des Regelwerks in Sicht. Für die Zuschauer stellt die Overtime-Regelung natürlich eine besondere Spannung dar, schließlich muss gespielt werden, bis der Puck im Tor landet und das Spiel dadurch entschieden wird.

Fazit:

Eishockey beziehungsweise Hockey ist eine in mehrfacher Hinsicht besondere Sportart, bei der hinsichtlich der Spieldauer nur schwierig verbindliche Aussagen getroffen werden können. Zum einen können Unterbrechungen während des Spiels dafür sorgen, dass die reguläre Spielzeit (3 x 20 Minuten + 2 x 15 Minuten Pause) deutlich verlängert wird und zum anderen haben Spiele bei denen die Overtime-Regelung greift ein "offenes Ende", da bis zum spielentscheidenden Tor gespielt werden muss.

 

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