Eignet sich ein Flipchart für Basketballtrainer?


Kein Mannschaftssport funktioniert ohne Taktik, das gilt auch für den Basketball. Wer über kein taktisches Grundwissen verfügt, wird schnell von weniger talentierten Spielern ausgespielt und rennt dem Basketball mehr hinterher, als das er ihn in den Händen hält. Deshalb gewinnt das Spiel seit einigen Jahren immer mehr an Komplexität. Am Flipchart zeichnen die Trainer nicht nur Spielzüge auf, sondern markieren Laufwege, zeigen wie man Blöcke stellt und geben die Defensivordnung vor. Gerade in den europäischen Topligen nimmt die Bedeutung der Taktik von Jahr zu Jahr zu.

Leistungsdichte sorgt für neue Impulse

Anfang der 1990er Jahre zeigte sich die NBA taktisch wenig kreativ. Auf dem Flipchart der Trainer tummelte sich oft die immer gleiche Herangehensweise: Der Ball wurde in die Hände des Topspielers gegeben, der im Pick-and-Roll mit Blöcken versorgt wurde und so freie Bahn Richtung Korb hatte. Das Pick-and-Roll zeichnet sich bis heute durch eine ungeheure Effizienz aus. So leicht es auch aussieht, so schwer ist es zu erlernen. Der richtige Winkel des Blocks, der Einsatz des gesamten Körpers und das Abrollen nach dem Pick sind eine Kunst für sich. Dennoch fanden sich in den Hallen der NBA kaum Neuerungen. Wer taktisch hochwertigen Basketball sehen wollte, ging eher zum College- oder Highschool-Basketball, wo kreative Trainer mit dem Boardmarker in der Hand immer neue Ideen aufmalten.

Einer der ersten Profi-Trainer, der eine frische Taktik in die NBA einbrachte, war Phil Jackson. Der Coach der Chicago Bulls (mit Michael Jordan) und LA Lakers (mit Kobe Bryant) verhalf der Triangle Offense zu neuem Leben. Ziel der Triangle Offense ist es, die Breite des Spielfeldes mit einem starken Centern und zwei vielseitigen Außenspielern auszunutzen. Bei den LA Lakers fand Jackson die ideale Konstellation für seine Taktik. Mit Shaquille O´Neal, dem dominanten Center des Milleniums, und Kobe Bryant standen zwei Spieler in den Reihen der Lakers, die fast jede Abwehr zur Verzweiflung brachten. Coach Jackson brauchte nicht viel auf den Flipchart zu schreiben, die Grundausrichtung war gesetzt. In den Jahren 2000-2002 gewannen die Lakers dank einer ausgeklügelten Taktik und dem vorhandenen Spielermaterial drei Meisterschaften in Folge.

Triangle Offense und Princeton Offense

Wesentlich laufintensiver präsentiert sich die Princeton Offense, die besonders im US-Amerikanischen College-Basketball beheimatet ist. Während der Center bei der Triangle Offense nah am Korb steht, postiert sich der Pivot bei der Princeton Offense auf Höhe der Freiwurflinie. Der Rest des Teams deckt einen Großteil der Dreierlinie ab, die von Experten als Perimeter bezeichnet wird. Ziel der Taktik ist es, einen freien Wurf außerhalb des Perimeters zu kreieren oder den einfachen Korbleger zu forcieren. Durch die weite Entfernung des Centers vom Korb, können die schnellen Außenspieler in den freien Raum eindringen und leicht abschließen. Durch ständiges Freilaufen und eine Vielzahl von Pässen kann die Princeton Offense für gegnerische Teams schnell zur Verzweiflung und Erschöpfung führen.

Allerdings benötigt jede Taktik ein außergewöhnlich hohes Maß an Disziplin und Ehrgeiz. Deshalb greifen Trainer heute bereits im Juniorenbereich auf Flipchart und Boardmarker zurück und führen die Jugend in die taktischen Grundkenntnisse ein. Mittlerweile entwickelte sich eine spezielle Typographie, die von jedem Basketball-Spieler gelesen werden kann. Schlängellinien auf dem Flipchart kennzeichnen Laufwege, gerade Linien mit einem rechtwinkligen Strich bedeuten Blöcke und direkte Linien weisen auf einen Pass hin.

Boardmarker und Magnettafel als Alternative

Wer als Basketball-Trainer nicht ständig Papier verbrauchen möchte und ohnehin schon über einen Boardmarker verfügt, greift auf eine mobile Magnettafel zurück. Auf dieser können nicht nur in der Vorbesprechung Taktiken aufgezeichnet, sondern auch während des Spiels schnelle und einfach verständliche Spielzüge angeordnet werden. Bei jedem Profispiel sieht man die weißen Tafeln in den Händen der Trainer. Der große Vorteil ist der Magnetismus. Mit farbigen Magneten weisen die Coaches jedem Spieler eine Markierung zu. So weiß jeder Athlet sofort, wie sein Aufgabengebiet im nächsten Spielzug aussieht.

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