Was bedeutet Forechecking beim Fußball?

Der Begriff des Forecheckings wird wohl von nahezu allen Zuschauern der Sportarten Fußball und Eishockey schon einmal gehört worden sein.
Dabei bedeutet das Forechecking eine taktische Variante im Spiel, um den Gegner bei dessen Ballbesitz (oder dem Besitz des Pucks im Eishockey) zu stören und selbst in Ballbesitz zu gelangen.

Hierbei wird auf den ballführenden Spieler der gegnerischen Mannschaft durch ein gezieltes Anlaufen der verteidigenden Spieler Druck aufgebaut. Der angegriffene Spieler kann so nicht mehr in aller Ruhe den Ball führen und muss schnell nach einer Möglichkeit suchen, den Ball abzuspielen oder zu behaupten, damit seine Mannschaft keinen Ballverlust erleidet.

Idealerweise wird ein derartiges taktisches Manöver nicht bloß von vereinzelten Spielern, sondern vom gesamten Team gleichzeitig durchgeführt, so dass die Räume auf dem Feld von allen Spielern der verteidigenden Mannschaft eng gemacht werden. Dadurch werden die Abspielmöglichkeiten des ballführenden Spielers eingeschränkt und die Chance auf einen Ballgewinn durch die verteidigende Mannschaft wird größer.

Besonders wirksam ist diese Form der Verteidigung, die oft auch Pressing genannt wird, wenn es zu Situationen kommt, in denen sich der ballführende Spieler nicht nur gegen die Attacken eines einzelnen Verteidigers wehren muss, sondern von gleich zwei Spielern angegriffen wird. Dieses sogenannte Doppeln führt dann regelmäßig zum Ballgewinn der verteidigenden Mannschaft.

Der Trainer einer Mannschaft kann die Taktik seines Teams derart ausrichten, dieses Pressing in verschiedenen Zonen des Fußballspielfeldes einzusetzen. Eine Mannschaft kann anfangen, den Gegner zu stören, wenn er sich unmittelbar in der Zone vor dem eigenen Tor befindet (das sogenannte Abwehrpressing), bereits vor dem eigentlichen Angriff des Gegners, also etwa in der Mitte des Spielgeschehens (Mittelfeldpressing) oder sogar schon in der eigenen Hälfte des Gegners (Angriffspressing).
Nur die letzte Variante, also der Versuch den Gegner bereits am Anfang seines Spielaufbaus in der eigenen Hälfte zu stören, wird als klassisches Forechecking bezeichnet.

Diese Taktik findet ihren Ursprung im Eishockey, wo sie zuerst erfolgreich angewandt wurde. Die Trainer der Fußballmannschaften haben allerdings bereits früh die Ähnlichkeiten dieser beiden Sportarten erkannt und gemerkt, dass sich einige taktische Muster gut übertragen lassen. So wurde das Pressing recht schnell und erfolgreich auch im Fußball eingesetzt.

Diese Art der Verteidigung bringt allerdings nicht nur Vorteile, sondern auch einige Risiken im Spiel mit sich.
Zum einen erfordert das Forechecking dadurch, dass der Gegner intensiv angelaufen werden muss, einen sehr hohen Krafteinsatz. Bei einer übermäßigen Anwendung dieser taktischen Variante läuft das verteidigende Team somit Gefahr, seine Kondition zu überstrapazieren. Gerade gegen Ende des Spiels können die einzelnen Spieler dann körperlich bereits sehr verausgabt sein, was der gegnerischen Mannschaft die Durchführung ihrer Offensivaktionen deutlich vereinfachen kann.
Zum anderen kann ein nicht perfekt abgestimmtes Pressing dazu führen, dass die gegnerischen Spieler blind angerannt werden, ohne die übrigen Räume auf dem Spielfeld eng zu machen. Den ballführenden Spielern kann es dann leicht gelingen, sich durch schnelles Abspielen zu befreien. Durch den vorangehenden Versuch der verteidigenden Mannschaft, den Ballführenden zu doppeln, kann für das angreifende Team dann eine Überzahl im Angriffspiel entstehen, wodurch ein Torerfolg wahrscheinlicher wird.

Der Einsatz dieses taktischen Mittels muss somit sehr gut einstudiert werden, um Früchte tragen zu können. Aufgrund der erforderlichen hohen Intensität ist es meist auch nicht möglich, diese Spielweise über das komplette Spiel einzusetzen. Sie muss wohl dosiert und überlegt eingesetzt werden, um die Kondition der eigenen Mannschaft nicht sinnlos zu beanspruchen.

Dass ein gut ausgerichtetes Forechecking trotz aller Risiken zu einem überragend wichtigen Stilmittel werden kann, haben allerdings in den letzten Jahren in Deutschland Vereine wie beispielsweise Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach oder die TSG 1899 Hoffenheim eindrucksvoll demonstriert. Durch die Ballgewinne und das darauf folgende schnelle Umschaltspiel haben diese Mannschaften einen sehr dynamischen und torreichen Fußballstil geprägt.

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