Was ist ein Blueliner beim Eishockey?

Beim Eishockey lassen sich viele taktische Variationen finden. Das Spiel lebt regelrecht von seiner Vielschichtigkeit. Hier nimmt der sogenannte Blueliner eine wichtige Rolle ein. Er stellt einen Schuss aus der Ferne dar, der nicht selten mit mehr als 100 Km/h auf das gegnerische Tor gebracht wird.

Die blaue Linie

Das Feld beim Eishockey ist in verschiedene Zonen unterteilt. Diese umschreiben jeweils etwa ein Drittel. Insgesamt befindet sich sowohl in der rechten als auch in der linken Hälfte des Areals je eine blaue Linie. Diese besitzen einen besonderen Zweck der Markierung: Wer im Spiel einen Treffer erzielen möchte, darf sich nicht hinter dieser Abgrenzung befinden, sondern muss sie mit Blick auf das Tor bereits überschritten haben. Der Grund liegt darin, dass dauerhafte Weitschüsse, die dank der Enge und geringen Größe des Eises durchaus ein gefährliches Mittel darstellen könnten, nicht genutzt werden dürfen. Daraus wiederum ergeben sich zahlreiche taktische Varianten. Denn das Wissen um das Erfordernis, dass ein potenzieller Torschütze zwischen dem Kasten und der blauen Linie stehen muss, eröffnet umfangreiche strategische Optionen. Ebenso ist diese Klarheit aber auch für die Abwehrspieler wichtig, die somit ihre Attacken auf die gegnerische Mannschaft dosieren können. Aus diesem Geflecht der spielsituativen Szenarien ergibt sich der Blueliner.

Was ist ein Blueliner?

Beim Eishockey sind die Aufgaben unter den Spielern nicht so klar abgegrenzt wie etwa beim Fußball. Defensivspezialisten können sich durchaus im Sturm, Angreifer ebenso in der Verteidigung versuchen. Gerade beim Powerplay – also einer zeitlich begrenzten Überzahlsituation – kommt es somit vor, dass ein Team alle seine Spieler aufbietet und in die Offensive verschiebt. Damit das Gedränge dort aber nicht zu groß und vor allem zu unübersichtlich wird, bleibt ein Akteur an der blauen Linie. Im Regelfall handelt es sich dabei um einen Abwehrspieler, der den Rückraum sichern kann, der ebenso aber auf abprallende Schussversuche reagiert, den Puck entfernt des Tores aufnimmt und nun selbst aus der Weite abzieht. Solche Manöver nutzen nicht selten die leichte Verwirrung auf dem Eis und häufiger finden derartige Schüsse ihren Weg ins Tor. Hat das kleine Spielgerät erst einmal Tempo aufgenommen, so ist es für den Keeper nur schlecht erkennbar.

Wann lohnt sich ein Blueliner?

Die Weitschüsse lassen sich zumeist in der bereits genannten Situation des Powerplays sehen. Hier können sie besonders effektiv eingesetzt werden. Dennoch verfügt eigentlich jede Mannschaft über schussstarke Spieler, die dazu jederzeit fähig sind und die auch innerhalb eines normalen Angriffs diese Möglichkeit einbringen können. Daneben muss die allgemeine taktische Ausrichtung betrachtet werden. Durch die Überzahl wird der Gegner in das letzte Drittel des Feldes getrieben, dort regelrecht eingeschnürt und sein Tor bearbeitet. Das eröffnet einerseits die Chance, Punkte zu erzielen, die letztlich den Sieg bedeuten könnten. Andererseits kann der Kontrahent nun aber nur noch schwerlich aus der Umklammerung entkommen und somit nahezu keine Angriffe mehr initiieren – solange er nicht selbst im Besitz des Pucks ist. Kommt es dennoch dazu, dass er das Spielgerät an sich reißt, so sichert der Verteidiger an der blauen Linie den Abwehrbereich. Ein Durchkommen wäre also selbst dann erschwert. 

Die zweite Bedeutung des Begriffs

Allerdings handelt es sich beim Blueliner nicht um eine feste Definition. Der Sinn variiert leicht, meint prinzipiell aber immer einen Weitschuss, der von jener blauen Markierung aus abgefeuert wird. Ob es sich dabei um einen Abwehrspieler während der Überzahlsituation oder einen normalen Angreifer handelt, ist weitgehend nebensächlich. Besonders spannend wird diese spielerische Variante aber vor allem dann, wenn sie taktisch perfekt genutzt wird. Das Powerplay beim Eishockey eröffnet für die Offensivakteure vielzählige strategische Wege. Je nach Lage wird entschieden, ob der Puck direkt auf den gegnerischen Kasten geschossen werden darf oder ob er zunächst durch die eigenen Reihen läuft. Für das verteidigende Team ist diese Konstellation meist nervenaufreibend, kann doch nie genau gesagt werden, wann ein Gegner abzieht – und von wo genau. Spielstarke Mannschaften zelebrieren den Angriff daher regelrecht und bieten auch den Zuschauern auf diese Weise ein ganz faszinierendes Spektakel. Besonders natürlich dann, wenn aus dem Manöver ein Tor entsteht.

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