Was muss ein Handballtorwart alles trainieren?

Handball ist ein vielfältiger Sport, der sich durch unterschiedliche Spielzüge, Zufälle und taktische Maßnahmen definiert. Der Spielverlauf verlangt den Sportlern diverse Handlungen ab, auf die sie vorbereitet sein müssen.
Eine wichtige Rolle kommt hierbei dem Torwart zu - mit außergewöhnlichen Paraden, schnellen Reflexen, Beweglichkeit und Spielübersicht kann er einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg des eigenen Teams liefern.
Ein gezieltes Handballtraining kann diese Automatismen fördern. Ein Schlüssel zum Erfolg ist das ständige Training - sei es in der Bundesliga, im Amateurbereich oder in der Jugend. 

Je früher die Grundsteine gelegt werden, desto erfolgreicher lassen sich die Vorzüge eines Torhüters erlernen.
Nachfolgend werden einige Übungen thematisiert, die einem Handballtorwart zur individuellen Klasse verhelfen können. Eine ausgewogene Mischung sportlicher Elemente - mit und ohne Ball - gestalten das explizite Handball Torwarttraining.

Interaktion mit zwei Bällen

Bei dieser Übung nimmt der Torhüter seine Grundhaltung zwischen den beiden Pfosten ein. Er steht eine Fußlänge vor der Torlinie. Ihm gegenüber positioniert sich ein Mitspieler, der in jeder Hand einen Ball hält.
Nun wirft dieser einen der Bälle auf das Tor - der Keeper muss diesen auffangen, bevor er im Netz einschlägt. Er wirft den Ball augenblicklich zum Mitspieler zurück. Währenddessen wirft dieser bereits das zweite Leder auf den Kasten.
Im Idealfall sind beide Bälle zeitgleich unterwegs. Dieser Vorgang wird nun beliebig oft wiederholt. Die Intensität kann durch schnellere und ausgefallenere Würfe gesteigert werden.
Der Torwart trainiert hierbei - neben seinen Reflexen - Kondition und Konzentration. Die Übung gestaltet sich relativ anspruchsvoll, dennoch eignet sie sich auch für das Handballtraining in der Jugend.

Drei gegen den Schlussmann

Diese Einheit erfordert drei Mitspieler. Der Torwart positioniert sich hierfür im Tor, eine Person am rechten und eine am linken Pfosten. Der dritte Spieler stellt sich an der Siebenmeterlinie auf. Alle Spieler erhalten einen Ball - außer der Torwart.
Dieser dreht sich nun mit dem Rücken zum Spielfeld, auf ein Kommando dreht er sich zum Spieler am linken (oder rechten) Pfosten um. Dieser wirft ihm nun aus nächster Distanz den Ball zu. Der Torhüter fängt das Leder auf und gibt es auf direktem Wege an den Werfer zurück. Im Anschluss hechtet der Keeper zu dem Spieler am anderen Pfosten, dort wiederholt sich der Prozess.

Während des ganzen Vorgangs steht und läuft der Torwart mit dem Rücken zum Spieler an der Siebenmeterlinie. Sobald er mit den beiden Außenstehenden die Ballwechsel vollzogen hat, dreht er sich um. Der letzte Sportler wirft nun einen Siebenmeter auf das Tor, den der Schlussmann parieren muss. Bei dieser Übung wird dem Torhüter ein hektischer Spielverlauf suggeriert, der ihn auf den Ernstfall vorbereitet.
Neben den Reflexen werden Wendigkeit und Konzentration trainiert.

Keine Angst vor dem Ball

Dieses Handball Torwarttraining stärkt das Selbstvertrauen und mindert die Angst vor Würfen, die auf Höhe des Kopfes ausgeführt werden. Der Torwart legt sich rücklings auf den Hallenboden, hinter seinem Kopf stellt sich ein Spieler mit Ball auf. Dieser prellt den Ball nun abwechselnd zwischen dem linken und rechten Ohr des Torhüters auf. Dieser muss stillhalten und die Augen geöffnet lassen. Durch die gesichtsnahen Dribblings, die anfänglich gewöhnungsbedürftig erscheinen, verliert der Torhüter die Furcht vor dem Ball.
Hervorzuheben ist hierbei, dass der ausführende Mitspieler den Ball mit Bedacht und höchster Konzentration auf den Boden wirft. Andernfalls birgt diese Methode eine hohe Verletzungsgefahr.

Dieses Training sollte nur von erfahrenen und älteren Spielern erprobt werden - für die Jugend ist sie eher ungeeignet. Vielmehr empfiehlt sie sich für die Bundesliga und andere professionelle Ligen. Die angeführten Übungen stellen nur einige Möglichkeiten dar, denen sich im Handballtraining bedient werden kann. Neben diesen ist es von großer Relevanz, dass der Schlussmann auch am normalen Mannschaftstraining teilnimmt. Dabei kann er ein natürliches Gespür für das Spiel entwickeln, das ihm bei seinen Aufgaben im Tor behilflich sein kann.

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