Wer sollte alles Koordinationstraining machen?

Die Frage, wer Koordinationstraining machen sollte, ist schnell beantwortet: Jeder Aktive in jeder Sportart sollte in sein Training gezielte Übungen zur Schulung der Koordination einbauen. Denn in unterschiedlichem Maße kommt es in jedem Sport darauf an, reaktionsschnell zu sein, eine gute räumliche Orientierung zu besitzen, einen guten Gleichgewichtssinn zu haben und zum Teil sehr komplexe Bewegungsabläufe sicher und sauber umsetzen zu können. Um all dies zu optimieren, ist Koordinationstraining wichtig. Dabei geht es nämlich nicht darum, Kraft oder Schnelligkeit zu trainieren, sondern Motorik und Balance. Und das wird in Einzelsportarten wie Radfahren oder Laufen ebenso benötigt wie in Mannschaftssportarten wie Handball oder Fußball. Bei letzteren stellt sich außerdem noch die Herausforderung für jeden einzelnen Spieler, sich in einem Umfeld mit vielen anderen Sportlern bewegen zu müssen, ohne dass es permanent zu Zusammenstößen kommt. Im Gegenteil: Das gezielte Umgehen von Gegnern oder das Verstellen des Weges für gegnerische Spieler sind wichtige Fähigkeiten in Sportarten wie Fußball oder Hockey – und um darin perfekt zu sein, muss man seine Koordination so gut wie möglich schulen. Außerdem schützt eine optimierte Koordinationsfähigkeit vor Fehlbelastungen und Verletzungen und stabilisiert die Muskulatur.

Koordinationstraining richtig umsetzen

Das Koordinationstraining für Sportler ist eine ständige Aufgabe – das heißt, es sollte in das normale Training auch immer mit eingebaut werden. Das Besondere an dieser Art von Training ist, dass es weniger auf Kraft ankommt, als vielmehr auf saubere Bewegungsabläufe. Deshalb empfiehlt es sich, Übungsabläufe zur Schulung der Koordination nicht erst am Ende einer Trainingseinheit einzubauen, sondern eher am Anfang. Denn dann ist der Sportler noch nicht ausgepowert – und kann sich optimal auf die Bewegungen konzentrieren. Zum Einsatz kommen neben speziellen Übungen und Equipment wie Koordinationsleitern auch Koordinationsspiele. Das sorgt für Abwechslung und hilft, verschiedene Ziele wie Präzision im Zuspiel, Reaktionsschnelligkeit oder die Verbesserung des räumlichen Orientierungsvermögens zu erreichen.

Training mit der Koordinationsleiter

Koordinationsleitern sind sehr beliebte Trainingsgeräte, weil sie vielfältige Einsatzmöglichkeiten bieten. Eine oder mehrere Leitern werden dafür auf den Boden gelegt – und müssen von den Sportlern im Rahmen vorgegebener Bewegungsabläufe überquert werden. Dabei werden sowohl die Quer- wie auch die Längsbalken einer solchen Koordinationsleiter genutzt. Die Geräte eignen sich vor allem für Lauf- und Sprungübungen. So können die einzelnen Segmente der Leiter beispielsweise abwechselnd auf einem und auf zwei Beinen übersprungen werden. Auch klassische Übungen wie Kniehebelauf, Anfersen, Überkreuzlauf oder Sidesteps gewinnen durch den Einsatz der Koordinationsleiter an Schwierigkeit und Effizienz. Bei den Schritt- oder Sprungfolgen ist es vor allem wichtig, dass der Sportler sie sauber und korrekt ausführt. Denn nur dann sind die Übungen als Training der Koordination wirklich wirkungsvoll. Für Trainer, die mit Sportlern unterschiedlicher Trainingsniveaus gleichzeitig trainieren müssen, empfiehlt es sich, die Fortgeschritteneren mit zusätzlichen Aufgaben zu fordern. Das lässt sich einfach umsetzen, indem ihnen beispielsweise beim Durchspringen der Koordinationsleiter zusätzlich von außen Bälle zugeworfen werden, die sie auffangen und zurück passen müssen.

Klassische Koordinationsübungen

Für viele Sportarten sind Trainingsübungen sinnvoll, die die Koordination im Zusammenhang mit dem für diese Sportart typischen Sportgerät schulen. Im Fußball oder Handball sollten also die entsprechenden Bälle zum Einsatz kommen. Damit können die Sportler beispielsweise um Hindernisse dribbeln, sich Bälle aus dem Liegen oder hinter dem Rücken zuwerfen oder auch Wände einbeziehen, um sich selbst Bälle zuzuspielen.

Sporartübergreifend sind Übungen wie Einbeinstand, Einbeinstand mit geschlossenen Augen, Zehen- und Fersenstand, Knieheber, gegenläufiges Armkreisen oder auch Kniebeugen einsetzbar. Derartige Übungen sind übrigens auch für Sportmuffel und ältere Menschen sinnvoll, weil sie das allgemeine Körpergefühl verbessern und dadurch beispielsweise helfen, sich vor Stürzen zu schützen.

Koordinationsspiele als Trainingsvariante

Wer in einer Mannschaft trainiert, kann auch Koordinationsspiele einsetzen, um Faktoren wie Balance, räumliche Orientierung oder Ballsicherheit zu verbessern. Zu den beliebtesten Koordinationsspielen zählen Fußballtennis und Völkerball. Auch Varianten wie das Aufstellen der Trainingsteilnehmer in einem Kreis, in dessen Mitte ein Spieler versuchen muss, den Ball zu fangen, der Transport eines Balles auf einem Badminton- oder Tennisschläger beim Lauf um Hindernisse oder das In-der-Luft-Halten eines Hackysacks mit dem Fuß sind witzige Spielideen, die Abwechslung ins Training bringen und quasi nebenbei die Koordination verbessern.

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