Was ist Icing beim Eishockey?

Im Eishockey wird mit Icing ein Schlag bezeichnet, bei dem das Spielgerät durch einen Spieler aus der eigenen Hälfte über den hintersten Teil der gegnerischen Hälfte, der durch die verlängerte Torlinie gekennzeichnet ist, befördert wird. Dieser Schlag kann aus verschiedenen Gründen erfolgen. Entweder versucht ein Spieler den Puck möglichst weit vom eigenen Tor fernzuhalten, ein Pass zum Mitspieler scheitert oder es wird versucht einen schnellen Angriff einzuleiten. 

Überschreitet das Spielgerät die Torlinie des Gegners, pfeift der Schiedsrichter die Spielsituation ab und es folgt ein Bully im letzten Spieldrittel der Mannschaft, deren Spieler für das Icing verantwortlich ist. In diesem Fall handelt es sich um „Automatic Icing“ oder „No touch Icing“. Letzterer Ausdruck verweist auf eine Ausnahmeregelung, die vor allem in der amerikanischen National Hockey League (NHL) angewendet wird.

Die Regeln dieser Liga kennen eine Abweichung von den internationalen Regeln, das sogenannte Touch Icing. Hierbei wird die Spielsituation nur unterbunden, wenn ein Abwehrspieler der gegnerischen Mannschaft den Puck erreicht, nicht aber wenn ein Angreifer die Scheibe vorher erreicht und die Möglichkeit hätte eine neue Spielsituation einzuleiten. 
Die National Hockey League möchte mit dieser Ausnahme erreichen, dass das Spiel attraktiver wird. Der Gedanke dahinter ist, dass das Spiel durch schnelle Spielzüge, ähnlich einem Konter im Fußball, spannender wird. Die Regeln der Liga stellen in dieser Hinsicht international aber eine Ausnahme dar und sind auch in den USA umstritten. 

Trotz der abweichenden Regelauslegung der amerikanischen NHL, sieht auch das internationale Regelwerk Ausnahmen vor, bei deren Vorliegen der Weitschuss nicht bestraft wird.

Eine dieser Ausnahmen liegt bei einem der wohl spektakulärsten, aber auch seltensten, Ereignisse im Eishockey vor. Sollte der Puck direkt aus der eigenen Hälfte in das Tor des Gegners geschlagen werden, so liegt ein regelkonformer Punktgewinn vor und es erfolgt keine Strafe.

Ebenso folgenlos bleibt der weite Schlag, wenn das Spielgerät von einem Mitglied der abwehrenden Mannschaft, entweder durch den Stock, die Schlittschuhe oder den Körper, berührt wird, bevor es die verlängerte Torlinie überschreitet. In diesem Fall liegt häufig ein Fehler des jeweiligen Spielers vor, für den folgerichtig nicht die Mannschaft bestraft wird, deren Spieler den Puck so weit gespielt hat. 
Darüber hinaus findet eine ähnliche Regel Anwendung: sollte ein Abwehrspieler die Möglichkeit gehabt haben den Puck zu erreichen, so unterbindet der Schiedsrichter die Spielsituation ebenfalls nicht. Die Entscheidung hierüber trifft ein Linienrichter, falls der Schiedsrichter die Situation nicht eigenständig und zweifelsfrei einordnen kann. 

Mit einer ähnlichen Argumentation wird eine weitere Ausnahme von der Regel getroffen. Sollte der Torwart seinen Torraum verlassen und versuchen der Scheibe entgegenzukommen, um sie so abzuwehren, läuft das Spiel ebenfalls weiter. Begründet werden kann dies wieder damit, dass der abwehrende Spieler die Möglichkeit gehabt hätte die Situation zu kontrollieren. Im Normalfall besteht für den Torwart jedoch auch keine Veranlassung seinen Torraum zu verlassen und er tut dies nur, wenn er absolut sicher ist, dass er das Spielgerät auch sicher beherrschen kann. 

Darüber hinaus straffrei bleibt das weite Spielen des Pucks in solchen Fällen, in denen das angreifende Team in Unterzahl agiert. Dies ist etwa der Fall, wenn ein Mitspieler der Mannschaft eine Zeitstrafe absitzen muss. In diesem Moment kann die zahlenmäßige Unterlegenheit ausnahmsweise einen Vorteil darstellen und das Team bekommt die Gelegenheit, durch weite Schläge in die gegnerische Hälfte des Spielfelds, für Entlastung zu sorgen. 

Zuletzt sei noch auf eine weitere Situation hingewiesen, in der der Weitschuss ebenfalls nicht geahndet wird. Erfolgt dieser direkt nach dem Bully, kennt das Regelwerk auch keinen Abbruch der Spielsituation.

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