Was zählt beim Handball als Foul?

Der moderne Handball und das Foul gehören untrennbar zueinander. Das liegt zum einen an der immer größer werdenden Athletik der Spieler. Eine Mannschaft aus der Bundesliga wird rund neunmal pro Woche zum Handballtraining gebeten und darunter befinden sich auch Einheiten, die im Kraftraum stattfinden oder in denen es ausschließlich um Kraft und Athletik geht. Andererseits ist die Spitze in der Bundesliga der Herren, die als stärkste Liga der Welt gilt, und auf europäischer Ebene, wo es ebenfalls viele Teams gibt, die zum attraktiven Champions League-Endturnier nach Köln kommen wollen, extrem zusammengerückt. An einem guten Tag kann vor allen Dingen auf nationaler Ebene trotz der Dominanz des THW Kiel in den vergangenen Jahren mittlerweile fast jede Mannschaft jede andere schlagen. Wenn das Niveau allgemein steigt, viele Kontrahenten nahezu gleichwertig sind und Nuancen ein Spiel entscheiden, steigen folgerichtig auch der Kampf um jeden Ball, die Intensität der Aktionen und die Härte. 

Allerdings ist beim Handball Foul nicht gleich Foul. Der Körperkontakt zwischen einem Spieler und seinem Gegner gilt im Spiel als ganz normal und wird selten mit einem Pfiff durch die Schiedsrichter geahndet. Wird der Gegner auf dem Weg zum Tor vom Abwehrspieler frontal „festgemacht“, also am Weiterpassen beziehungsweise Wurf gehindert oder der Ball regelwidrig abgenommen, gibt es einen Freiwurf. Ausgeführt wird der entweder an der Stelle, an der das Foul passiert ist, oder, wenn dieses zwischen Sechs- und Neunmeter-Linie stattgefunden hat, außerhalb des Neunmeter-Raums. Der Gegner muss hier drei Meter Abstand zum Ball halten. 

Wird ein Spieler direkt beim Abschluss bedrängt, also springt er beispielsweise in den Kreis und möchte gerade ein Tor erzielen und es kommt zum Kontakt mit einem deckenden Akteur, gibt es einen Strafwurf, auch Siebenmeter genannt. Wie der Name schon sagt, führt den, wie den Elfmeter beim Fußball, ein Spieler aus, der aus dem Stand versucht, den Ball am Torhüter vorbei ins Tor zu werfen. Ist das Foulspiel relativ hart und wird der Gegner deutlich bedrängt, ahnden die Unparteiischen das mit der gelben Karte. Bei drei gelben Karten pro Mannschaft werden Zweiminuten-Strafen ausgesprochen, was allerdings auch schon vorher - je nach Grad der unfairen Aktion - möglich ist. Bei einer Zeitstrafe muss der betroffene Akteur auf die Bank, sein Team in dieser Zeit in Unterzahl weiterspielen. Immer progressiv bestraft werden unfaire Aktionen, die man nicht frontal, sondern seitlich oder von hinten ausführt.

Bekommt ein Einzelner allerdings die dritte Zeitstrafe, ist das gleichbedeutend mit der roten Karte und er darf das Geschehen fortan nur noch von der Tribüne aus verfolgen. Rote Karten können bei extrem unfairen Aktionen, beispielsweise Schlägen ins Gesicht, Schubsen beim Tempogegenstoß, Schiedsrichter-Beleidigung oder Aktionen, die dem Kontrahenten gesundheitlich schaden können, auch sofort gezeigt werden. „Rot“ gibt es darüber hinaus für den Torwart, wen der aus seinem Tor kommt, um einen langen Ball abzufangen und dabei den Gegenspieler touchiert. Anders als beim Fußball muss jedes Team bei einer roten Karte nicht bis zum Abpfiff in Unterzahl weiterspielen, sondern darf nach zwei Minuten wieder einen Ersatz auf das Parkett schicken. 

Darüber hinaus kann auch die Bank mit Strafen belegt werden. Ist das der Fall, weil sich beispielsweise der Trainer über einen Pfiff der Schiedsrichter echauffiert und er dafür eine Zweiminuten-Strafe erhält, muss ein Akteur das Spielfeld für besagten Zeitraum verlassen. 

Jedoch ist es für jedes Team ratsam, für das Spiel und das Handballtraining einen Erste Hilfe Koffer vorzuhalten - in unteren Ligen gibt es schließlich oft keinen Physiotherapeuten oder gar Arzt, der die Betreuung der Mannschaften im medizinischen Bereich übernimmt. Ohnehin ist es so, dass Härte und Intensität in oberen Ligen zwar ausgeprägter sind, in unteren Ligen aber mehr unfaire Aktionen passieren - und deshalb der Betreuer besagten Erste Hilfe Koffer dringend benötigt.

 

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