In welchen Sportarten gibt es Linienrichter?

Die Sportart, in der Linienrichter am häufigsten im Mittelpunkt stehen, ist der Fußball. An der weltweiten Bedeutung dieser Sportart kommt niemand vorbei und so ist der Schiedsrichterbedarf samt der von Linienrichtern so groß wie in keiner anderen Sportart. Jedoch gibt es weitere Bereiche im Sport, in denen es Linien zu kontrollieren und Entscheidungen zu treffen gibt. Die bekanntesten Sportarten, bei denen Linienrichter gebraucht werden, sind Tennis, Volleyball und Eishockey.


Die Rolle von Linienrichtern im Fußball
Beim Fußball gibt es neben den zwei Linienrichtern immer einen Schiedsrichter, der alle wesentlichen Entscheidungen auf dem Spielfeld trifft. Die Regeln besagen, dass beim Blick Richtung Tor auf jeder Spielfeldseite den Linienrichtern der Platz entlang der rechten Seite des Spielfelds zugewiesen wird. Der Schiedsrichter bewegt sich in der Regel eher auf der linken Seite des Spielfelds und läuft beim Wechsel in die andere Platzhälfte schräg durch die Mitte. Durch diese räumliche Abdeckung soll garantiert werden, dass mit möglichst wenig personellem Aufwand jederzeit ein guter Blick auf den Ball und alle Spieler in Ballnähe gegeben ist. Denn bei so vielen Partien, vor allem im Amateurbereich, ist der Schiedsrichterbedarf extrem hoch.
Die Linienrichter im Fußball haben zwar keine endgültige Entscheidungsgewalt. Aber jedes Team aus Schiedsrichter und Linienrichtern sieht sich als Gespann, dass die Entscheidungen im Optimalfall gemeinsam trifft. Um Entscheidungen im Spiel anzuzeigen, haben sich über Jahrzehnte ihre Fahnen als optische Hinweisgeber für den Schiedsrichter und die Zuschauer bewährt. Inzwischen gibt es im Profifußball sogar Funkkontakt zwischen den Linienrichtern und dem Hauptschiedsrichter.
Auf dem Spielfeld beobachten Linienrichter das Spiel und greifen ein, sobald ein Spieler ein Foul begeht oder sich anderweitig wie durch ein Handspiel einen Vorteil zu verschaffen versucht. Außerdem ist die wichtigste Funktion die Kontrolle des Abseits. Da der natürliche Laufweg von Linienrichtern entlang der Seitenlinie ist, haben sie meistens den optimalen Blickwinkel parallel zum letzten Abwehrspieler. So können sie erkennen, ob ein Gegenspieler beim Offensivpass regelkonform hinter dem Abwehrspieler oder auf gleicher Höhe stand. Dann kann das Spiel ohne Unterbrechung fortgesetzt werden. Steht der Spieler in der parallelen Ansicht weiter Richtung Tor als der letzte Abwehrspieler, ist die Pflicht von Linienrichtern, die Fahne zu heben und Abseits anzuzeigen.
Auch bei der Frage, ob ein Ball die Torlinie vollständig überschritten hat, kommt den Linienrichtern eine wichtige Bedeutung zu. Hier hat es dramatische Fehlentscheidungen gegeben, die sogar Abstiegskampf und Meisterschaften entschieden haben. Das bekannteste Beispiel ist das berühmte Phantomtor von Thomas Helmer aus den 1990er Jahren. Ein Ball, der neben dem Tor die hintere Torlinie überschritten hatte, wurde vom Linienrichter als Tor angezeigt und vom Hauptschiedsrichter als Tor gegeben. Diese krasse Fehlentscheidung hebelte sogar die als unantastbar geltende Tatsachenentscheidung aus und das Spiel Bayern München gegen den 1. FC Nürnberg musste wiederholt werden.


Linienrichter im Tennis
Die Aufgabe von Linienrichtern im Tennis beschränkt sich wesentlich auf die Feststellung, ob ein Tennisball innerhalb des Feldes aufgekommen ist oder ob er im Aus war. Bei drei der vier großen Grand Slam Turniere, den Australian Open, in Wimbledon und bei den US Open, wird deren Arbeit zusätzlich durch das Ballverfolgungssystem Hawk-Eye unterstützt. Die Hochgeschwindigkeitskameras verfolgen die Ballbewegung und sollen strittige Situationen sofort zweifelsfrei klären können. Eine weitere Aufgabe ist die Beobachtung von Fußfehlern oder "Foot Faults" beim Aufschlag, also dem Übertreten der Grundlinie.


Die Aufgaben von Linienrichtern im Volleyball
Beim Volleyball gibt es die Vorgabe von 2 Linienrichtern in der 1. Bundesliga und von vier Linienrichtern bei internationalen Wettbewerben. Sie zeigen per Handsignal oder mit einer Fahne an, ob ein Spieler nicht im Feld steht, beim Aufschlag übergetreten hat, das Netz oder die Antenne berührt hat und natürlich, ob der Volleyball ins Aus gegangen ist.


Die Linesmen im Eishockey
Neben dem Hauptschiedsrichter gibt es immer zwei Linesmen, welche die blauen Linien überwachen. Sie kontrollieren, dass sich kein gegnerischer Spieler im gegnerischen Drittel befindet, bevor der Puck hineingespielt wird. Ansonsten zeigen sie Abseits an. Dazu führen sie Bullys außer am Mittelpunkt aus und kontrollieren die unerlaubten Weitschüsse, das sogenannte Icing.

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